c't 20/2019
S. 86
Test
Kompaktkamera

Luxusknipse

Braucht man nicht, will man: Kompaktkamera Leica Q2

Die Leica Q2 verspricht mit ihrem minimalistischen Magnesiumgehäuse puren Luxus – und kostet fast 5000 Euro. Für diesen Preis darf man einiges erwarten.

Das monolithische Magnesiumgehäuse der Leica Q2 hat eine ausgefallene Objektivmechanik zu bieten. Einer der Einstellringe versetzt die Optik in den Makro-Modus. Gleichzeitig schiebt sich eine neue Entfernungsskala auf den Fokusring. Das sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ermöglicht auch sehr präzises Arbeiten im Nahbereich im Zusammenspiel mit der weitwinkeligen Festbrennweite. Für Präzision steht auch der Vollformatsensor mit 47 Megapixeln. Bei Kompaktkameras, selbst unter Systemkameras, sind solch hohe Zahlen exotisch.

Anschlussbuchsen suchen Fotografen auf der Leica Q2 vergebens. Kontakt nimmt sie mit dem Smartphone via WLAN und Bluetooth auf.

Ganz ohne Makel bleibt die Q2 allerdings nicht. So liefert der hochauflösende Sucher zwar ein präzises Abbild mit hoher Tiefenwirkung. Die Augenmuschel schirmt das Licht aber nicht gut ab. Zusätzlich stört seine platte Glasfront beim Durchschauen – vor allem mit langen Wimpern. Dürftig ist auch die Auflösung des rückseitigen Monitors mit gerade einmal 720 × 480 Bildpunkten. Das schafft heute fast jede Einsteiger-Systemkamera.

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