c't 21/2019
S. 100
Test
Kamera-Apps
Aufmacherbild

Appfotografiert

Alternative Kamera-Apps für Android

Die vorinstallierten Kamera-Apps der Android-Smartphones treffen nicht jeden Geschmack. Im Play Store findet man daher alternative Apps mit zusätzlichen Funktionen, schickerem Design und mehr Einstellmöglichkeiten, die zudem bessere Fotos versprechen. Doch mit modernen Smartphones spielen sie nicht reibungslos zusammen.

Die Fotoqualität ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des richtigen Smartphones. Die Hersteller übertrumpfen sich mit immer besseren Kameras, entwickeln aber die mindestens ebenso wichtige Software nicht so enthusiastisch weiter. Manch eine vorinstallierte Kamera-App ist daher umständlich zu bedienen oder es fehlen Funktionen wie ein vernünftiger manueller Modus. So macht das Fotografieren trotz bester Hardware nur wenig Spaß.

Abhilfe schaffen alternative Kamera-Apps. Wir haben uns die bedeutsamsten darunter angeschaut, die einen manuellen Fotografiemodus haben und die im Google Play Store kostenlos oder zumindest mit einer kostenlosen Testversion erhältlich sind. Die Wahl fiel auf die nach Installationszahlen beliebte App Open Camera sowie deren Ableger HedgeCam 2, den Klassiker Camera FV-5 sowie die mit In-App-Käufen versehene App Footej Camera.

Getestet haben wir auf drei verschiedenen Smartphones: Google Pixel 3 XL mit minimalistischer vorinstallierter App, Huawei Honor 20 Pro mit überladener, wenig nutzerfreundlicher Foto-App sowie Samsung Galaxy Note 10+ mit vielen Automatiken. Die drei haben zudem unterschiedliche Hauptkameras, das Pixel XL eine einzelne, die beiden anderen zusätzlich ein Superweitwinkel und ein Tele. Letzteres ist beim Honor ein Dreifach-, beim Samsung ein Zweifach-Tele. Die Hauptkameras des Pixel und des Samsung haben 12, die des Honor 40 Megapixel.

Flickenteppich Camera2-API

Solche Unterschiede machen die Entwicklung von Kamera-Apps für Android kompliziert. Die App-Entwickler müssen nicht nur zahlreiche unterschiedliche Hardwarekonstellationen berücksichtigen, sondern auch darauf hoffen, dass sie vollumfänglich auf den Kameratreiber zugreifen dürfen. Das dafür von Android vorgesehene Interface Camera2 entpuppt sich als schwaches Hilfsmittel. Google hat es mit Android 5 (API-Level 21) eingeführt, um den Apps einen Zugriff auf Belichtungszeit, ISO-Wert, Sensordaten im Raw-Format und weitere Funktionen des Treibers zu ermöglichen.

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