c't 21/2019
S. 46
News
Apple iPhone 11
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iPhones mit Superweitwinkel

Apples 2019er-Handys: iPhone 11, 11 Pro und 11 Pro Max

Beim iPhone 11 sinkt der Preis, die beiden Topmodelle bekommen eine verbesserte Kamera – und alle drei werden schneller und ausdauernder. Zusätzlich kommen ein günstigeres iPad, eine neue Watch und ein Streaming-Dienst.

Nach iPhone 8, dem übersprungenen 9 und dem römischen X kommt das iPhone 11, und zwar in drei Ausführungen. Die beiden Topmodelle iPhone 11 Pro und Pro Max folgen dem Trend zur Dreifach-Kamera, sie fotografieren nun zusätzlich per Superweitwinkel. Das Tele wird lichtstärker, f/2 statt f/2,4, bleibt aber bei einer Zweifach-Vergrößerung. Alle drei Kameras liefern 12 Megapixel; ein neuer Nachtmodus soll Fotos bei geringem Licht automatisch aufhellen. Das sind ähnliche Daten wie beim Samsung S10/Note 10; das Fünffachtele des Huawei P30 Pro – allerdings mit lichtschwachen f/3,4 – bleibt damit unerreicht.

Das iPhone 11 bekommt ebenfalls das Ultraweitwinkel, aber kein Tele. Mit 800 Euro Einstiegspreis ist es etwas billiger als der Vorgänger iPhone XR. Es hat weiterhin ein 6,1-Zoll-LCD, mindestens 64 GByte Speicher und kommt in Rot, Grün, Gelb, Rosa, Schwarz und Weiß.

Auch bei den Pro-Modellen bleiben die Displaygrößen von 5,8 und 6,5 Zoll, die OLED-Technik sowie die Auflösung unverändert. Die Helligkeit soll nun 1200 cd/m2 erreichen, was die Displays im direkten Sonnenlicht ablesbar macht. Ein Digitizer wie bei den iPad Pro fehlt allerdings, per Stift sind die iPhone Pro also nicht bedienbar. Das Display reagiert nicht mehr auf die Druckstärke (3D Touch), sondern nutzt das beim iPhone XS eingeführte „Haptic Touch“; man drückt also länger auf die gewünschte Stelle.

Alle drei iPhones laufen mit Apples SoC A13 Bionic. Er ist in einem 7-nm-Verfahren gefertigt, was ihn 20 Prozent schneller als den Vorgänger laufen lässt – bei gesenktem Stromhunger. Die Laufzeiten sollen daher gegenüber den Vorgängern um mindestens vier Stunden zulegen. Den Pro legt Apple endlich ein stärkeres Netzteil mit 18 statt 5 Watt bei, sodass sie schneller laden. Alle drei iPhones behalten den Lightning-Anschluss, anders als die inzwischen auf USB-C umgestellten iPad Pro.

Die iPhone Pro unterstützen Wi-Fi 6 und Gigabit-LTE, von einer 5G-Variante war nicht die Rede. Das iPhone 11 Pro kostet 1149 Euro mit 64 GByte, 1319 Euro mit 256 GByte und 1549 Euro mit 512 GByte. Das 11 Pro Max kostet jeweils 100 Euro mehr. Außer in Grau, Silber und Gold sind sie in einem neuen Grünton erhältlich. Alle drei Modelle sollten bei Erscheinen des Hefts lieferbar sein.

Some More Things …

Das Einstiegs-iPad bekommt ein größeres Display: Es zeigt nun 2160 × 1620 Pixel auf 10,2 Zoll statt wie das 2018er-iPad 2048 × 1536 Pixel auf 9,7 Zoll. Zudem bekommt es einen Anschluss für ein Smart Keyboard. Unverändert erkennt es nur den Stift der ersten Generation und läuft mit dem Bionic A10. Die Version mit 32 GByte Flash kostet 379 Euro, die mit 128 GByte 479 Euro. Für die Klapptastatur sind 179 Euro fällig. Ausliefern will Apple ab Oktober.

Die Apple Watch 5 zeigt auf Wunsch permanent die Uhrzeit an. Das kostet bei OLED-Displays nicht allzu viel Laufzeit, weil nur die eingeschalteten Pixel Strom benötigen. Zusätzlich dimmt die Uhr die Anzeige und schaltet sie von 60 auf 1 Hz Bildwiederholfrequenz. So soll der Akku wie beim Vorgänger rund 18 Stunden halten.

Die Watch 5 gibt es weiterhin in 40 oder 44 Millimeter Größe, mit oder ohne LTE sowie in Gehäusen aus Aluminium, Edelstahl, Titan und Keramik; bei 450 Euro geht es los.

Netflix-Konkurrenz

Der Streaming-Dienst Apple TV+ soll am 1. November starten. Für 5 Euro im Monat bekommt man Zugriff auf Serien, Spielfilme und Dokumentationen, darunter auch einige exklusive Titel wie die Science-Fiction-Serie „For All Mankind“ und die Drama-Serie „The Morning Show“ mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon.

Der Dienst steht nicht nur Besitzern von Apple-Hardware offen, sondern ist auch per Browser und anderen Streaming-Boxen zu empfangen, etwa Smart-TVs und Amazons FireTV. Bis zu sechs Personen können sich einen Zugang teilen.

Der Spieledienst Apple Arcade kostet ebenfalls 5 Euro im Monat und startet schon im September. Er benötigt ein iPhone, iPad, Mac oder Apple TV und ermöglicht das Synchronisieren von Spielständen zwischen den Geräten. Mit rund 100 Spielen will Apple starten, darunter viele exklusive – wobei sich das auf die Mobilplattform bezieht. Die Spiele sind also nicht unter Android erhältlich, einige aber für Playstation, Xbox oder Nintendo Switch – diese tragbare Spielkonsole sieht Apple offenbar nicht als Mobilgerät. (jow@ct.de)

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Ergänzungen & Berichtigungen

7 nm und Haptic Touch beim iPhone 11 (Pro)

Das SoC A13 Bionic der iPhone 11 ist nicht das erste für Apple in 7-nm-Technik hergestellte, sondern schon der Vorgänger wurde so gefertigt. Haptic Touch wurde mit dem iPhone XR eingeführt, nicht mit dem XS. Der A10 im iPad heißt nicht Bionic A10, sondern A10 Fusion.