c't 21/2019
S. 16
Hintergrund
Lizenzhandel
Aufmacherbild
Bild: Albert Hulm

Klare Verhältnisse

Einwandfreie Microsoft-Schnäppchen aus dem Supermarkt

„Das kann gar nicht legal sein“ und „Die verkaufen jeden Schlüssel x-mal“, so häuften sich Kommentare zu unseren Berichten über Billig-Lizenzen bei Edeka. Microsoft hüllt sich in Schweigen, doch wir konnten den Nebel lichten.

Bei einigen Edeka-Supermärkten gibt es sogenannte Lizengo-Cards zu kaufen – das sind letztlich Quittungen mit PINs, die man auf der Webseite des Händlers Lizengo zum Download eines Windows- oder MS-Office-Pakets mitsamt Aktivierungsschlüssel verwenden kann. Der Clou dabei: Ein Windows 10 Pro oder ein MS Office 2019 Standard kostet über diesen Kanal mit 40 beziehungsweise 195 Euro dramatisch weniger, als ein MS-Partner im Einkauf zahlen müsste [1].

Ganz abgesehen vom Preis weckt noch ein Detail Verdacht: Microsoft vermarktet die Edition „Standard“ seiner Office-Suite ausschließlich an Unternehmenskunden mit einer Volumenlizenz. Dass wir diese Software bei Edeka problemlos als anonymer Einzelkunde erstehen konnten, passt also gar nicht ins Drehbuch von Microsoft.

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