c't 23/2019
S. 132
Praxis
Chrome OS für Softwareentwickler
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Verchromtes Entwickeln

Programmieren mit Chrome OS: fast alltagstauglich

Chrome OS taugt dank Linux-Apps nicht nur zum Texten und Browsen, sondern auch zum Entwickeln. Wir zeigen, wie Sie Visual Studio Code, Android Studio und PyCharm unter Chrome OS installieren.

Klein, leicht, ausdauernd – aktuelle Chromebooks bringen viele Eigenschaften mit, die Entwickler an einem mobilen Arbeitsgerät schätzen. Die Alltagstauglichkeit bemisst sich aber daran, wie rund die Entwicklungsumgebungen (IDE) laufen und ob die vom Desktop bekannten Tools auch auf dem Chromebook funktionieren.

Chrome OS startete ursprünglich als reine Laufzeitumgebung für Web-Apps. Das Google-Betriebssystem hat aber ordentlich dazugelernt und führt inzwischen auch Android-Apps und Linux-Anwendungen aus [1]. Während Android-Apps als Entwicklerwerkzeuge keine Rolle spielen, erlaubt die Linux-Unterstützung IDEs und Compiler auszuführen. Vorsicht: Nicht alle Chromebooks bringen die Linux-Unterstützung mit. Unsere Tests liefen auf einem Pixelbook mit x86-Prozessor und englischer Tastatur. Google verkauft das Pixelbook in Deutschland leider nicht, weshalb man auch keine Version mit Umlauten und ß auf der Tastatur kaufen kann.

Die Linux-Unterstützung in Chrome OS gibt dem Nutzer keinen vollen Zugriff aufs System. Stattdessen richtet das System einen Container mit einer Debian-Umgebung ein und öffnet eine Konsole, die per SSH Zugriff auf das System im Container gewährt. Ordner des Host-Systems lassen sich per Kontextmenü in den Linux-Container mounten und tauchen dort unter /mnt/chromeos auf. Startet man über die Linux-Konsole grafische Programme, schleust Chrome OS den Bildinhalt aus dem Container und öffnet ein Fenster. Durch diesen Mechanismus merkt man in der Praxis kaum, dass Google das Linux in einen Container gesperrt hat.

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