c't 23/2019
S. 87
Test & Beratung
Smartwatch
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Lite OS am Arm

Die Smartwatch Huawei Watch GT 2 rüstet nach, was der ersten Generation fehlte. Und legt bei der Akkulaufzeit noch mal nach.

Die mit gängigen Smartphones kompatible und gerade mal ein Zentimeter dicke Huawei Watch GT 2 ist noch mal flacher geworden als ihr Vorgänger Watch GT. Dabei ging die Verschlankung nicht zulasten der Akkukapazität. Das 42-Millimeter-Modell für schmalere Handgelenke soll rund eine Woche ohne Nachladen durchhalten, das von uns getestete 46-Millimeter-Modell kam auf zehn Tage Akkulaufzeit – zwar ohne GPS-Nutzung, aber mit aktivierter Pulsmessung und Benachrichtigungsfunktion. Nach einer Dauernutzung mit GPS bei einer ganztägigen Paddeltour war der Akku noch gut halbvoll.

Die lange Akkulaufzeit erreicht Huawei mit einem eigenen Prozessor, dem Kirin A1, und dem aufs Nötigste abgemagerten Betriebssystem Lite OS. Zwar ließ die Watch GT noch viele Smartwatch-Funktionen vermissen, doch etliche davon finden sich in der Watch GT 2 umgesetzt. Neu ist eine Freisprechfunktion, da nun Mikrofon und Lautsprecher eingebaut sind – das Freisprechen klappte passabel, wenn auch mit etwas dünnem Klang. Hinzugekommen sind auch 2 GByte Platz für Musik, abspielbar über den Lautsprecher der Uhr oder per Bluetooth-Kopfhörer. Mit dieser Funktechnik werden Musikdateien auch vom Smartphone geholt, was aber mehrere Minuten lang dauert. Praktischer ist die Fernsteuerfunktion der Uhr für den Musikplayer im Smartphone.

Mit optischen Pulsmonitoring am Handgelenk, Stress-Anzeige sowie Schlaftracking ist die Uhr auch ein Fitnesstracker. Die Daten landen in der Huawei-Cloud, sie sind auch mit Google Fit und anderen Diensten teilbar. Beim Sport zeichnet die GT2 15 Sportarten auf, darunter auch Workouts, Radfahren und Schwimmen. Sportuhr-Allüren zeigt sie durch einen integrierten Laufkurs, eine etwas optimistische Leistungsprognose sowie durch den Triathlon-Modus, der ohne externe Sensoren etwa für die Trittfrequenz auskommen muss.

Die Huawei Watch GT 2 hat ein fast randloses AMOLED-Touchdisplay mit 454 × 454 Bildpunkten. Es wird wie üblich durch Handgelenkdrehung aktiviert. 13 Ziffernblätter stehen zur Wahl, mal eher klassisch, mal verspielter; ein paar davon sind konfigurierbar. Weitere gibts über die Huawei-Health-App.

Verschiedene Gehäusedesigns sollen unterschiedliche Geschmäcker bedienen: Die „Sport“-Linie hat eine aufgedruckte Lünette, die elegantere „Classic“-Variante nicht. Zusätzlich kann man die Watch GT2 mit selbst wechselbaren Armbändern in Standardabmessungen für formellere Anlässe oder sportliche Aktivitäten tunen.

Tabelle
Tabelle: Huawei Watch GT 2

Statt mit Drahtlostechnik dockt man die Uhr zum Laden für etwa anderthalb Stunden magnetisch an einen Teller mit vergoldeten Ladekontakten an. Zahlen per Uhr geht nicht, ebenso lassen sich keine Apps auf ihr installieren. Insgesamt: Fürs Geld bekommt man eine smarte Uhr mit Sportambitionen, die in einer Liga mit Fitbit, Polar und Garmin spielt. (mil@ct.de)

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