c't 24/2019
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Bit-Rauschen

Quanten-Zank, Bug-Jubiläum und mehr Chip-Sicherheit

Google und IBM streiten sich um ihre Quantenrechner. Der Pentium-FDIV-Bug liegt ein Vierteljahrhundert zurück und Intel verdient viel Geld mit leicht angestaubter Technik. Außerdem gibts neue Ideen für höhere Sicherheit.

Obwohl Quantencomputer völlig anders funktionieren als gewöhnliche Computer, kann man sich ganz normal darüber streiten: IBM zweifelt lautstark an Googles angeblichem Beweis der „Quantum Supremacy“. Google-Forscher berichteten in Nature, dass ihr „Sycamore“ mit 53 stabilen Qubits ein Spezialproblem um Größenordnungen schneller löste als ein hypothetischer Supercomputer klassischer Bauart (siehe S. 42). Letzteres sieht IBM anders: Mit einem besseren Algorithmus könnten klassische Rechner aufholen. Wer recht hat, lässt sich aber offenbar noch nicht mit Quanten ausrechnen.

Damit Quantenrechner zu nützlichen Werkzeugen werden, müssen sie außer schnell auch richtig rechnen. Mit Rechenfehlern hat Intel vor 25 Jahren teure Erfahrungen gesammelt: Am 30. Oktober 1994 hatte der kürzlich verstorbene Professor Dr. Thomas R. Nicely den berühmten FDIV-Bug im Intel Pentium enttarnt. Intel spielte den Fehler zunächst herunter, legte dann aber zähneknirschend ein teures Austauschprogramm auf.

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