c't 25/2019
S. 58
aktuell
Apple

Harte Kritik an Apple

Im Silicon Valley explodieren die Wohnkosten. Apple will mit einem milliardenschweren Programm dagegen halten, muss sich von Kritikern aber tadeln lassen.

Tim Cook und Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom: Apple will in San Jose ein Grundstück im Wert von 300 Millionen US-Dollar für bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen.

In Kalifornien sind die Preise für Immobilien und Wohnraum in wenigen Jahren extrem gestiegen. Laut der L. A. Times nahm der Durchschnittspreis für ein Haus seit 2012 um fast 75 Prozent auf gut 550.000 US-Dollar zu und die Miete für ein Apartment beträgt im Mittel fast 2300 Dollar.

Im Silicon Valley ansässige US-Konzerne wie Facebook und Google haben Investitionsprogramme zur Linderung der Wohnungsnot und Obdachlosigkeit an der US-Westküste aufgelegt. Nun will sich auch Apple engagieren und mit insgesamt 2,5 Milliarden Dollar (gut 2,2 Milliarden Euro) dagegensteuern.

Eine Milliarde Dollar sollen in die Errichtung neuen Wohnraums für Geringverdiener und mittlere Einkommensschichten fließen. Eine weitere Milliarde soll dem Bundesstaat Kalifornien dabei helfen, mehr Hauskäufer bei der Finanzierung und Abbezahlung der Kredite zu unterstützen.

Außerdem will Apple ein Grundstück in San Jose im Wert von 300 Millionen Dollar für die Errichtung bezahlbaren Wohnraums bereitstellen und 150 Millionen Dollar in den „Bay Area Housing Fund“ einzahlen. 50 Millionen Dollar gehen an eine Initiative gegen Obdachlosigkeit. Alle durch die Investition in den nächsten fünf Jahren erzielten Gewinne würden erneut bezahlbarem Wohnraum zugute kommen, heißt es weiter.

Doch beim US-Politiker Bernie Sanders kommt die Kampagne nicht gut an. Sanders, ein Präsidentschaftskandidat der Demokraten, meint, Apple habe die Krise in Kalifornien mit ausgelöst. Der Konzern solle lieber seine „gerechten Steuern“ zahlen.

Apples Plan sei „heuchlerisch“, weil der Konzern selbst einer der Hauptauslöser der Wohnungsnot sei. Apple wolle davon ablenken, dass der Konzern „selbst die kalifornische Wohnungskrise mit geschaffen hat, während er 800 Millionen US-Dollar an Steuersubventionen einstrich“. Apple habe eine Viertelbillion Dollar offshore gehalten, ohne darauf Milliarden Dollar Steuern zu zahlen. Wenn Konzerne wie Apple „ihren fairen Anteil“ zahlten, könne man auch investieren, um den Amerikanern bezahlbaren Wohnraum zu geben.

134.000 Kalifornier seien von Wohnungslosigkeit bedroht. Mieter müssten im Schnitt 34,69 Dollar pro Stunde verdienen, um sich ein Zwei-Zimmer-Apartment leisten zu können. „Wenn wir Donald Trump besiegen, werden wir dafür sorgen, dass Firmen wie Apple ihren gerechten Anteil zahlen.“ (dz@ct.de)

VPN-Client für Catalina

Läuft auf macOS Catalina: der vielseitige IPSec-VPN-Client von Lancom.

Der für seine Router und Switches bekannte Hersteller Lancom hat seinen VPN-Client aktualisiert. Die Version 4.0 des „Lancom Advanced VPN Client für macOS“ eignet sich nun für das kürzlich erschienene macOS Catalina (10.15) und ermöglicht Fernzugriffe auf Firmennetze über IPSec-Tunnel und laut Lancom „jede Internet-Verbindung“ (WLAN, LAN, LTE/UMTS, iPhone-Tethering).

Zu den weiteren Merkmalen zählen IPv4/IPv6 Dual Stack, Split Tunneling, eine integrierte Personal Firewall, Authentisierung auch via Fingerabdruck, Multi-Zertifikats-Verwaltung in Apples Keychain und VPN-Tunnel inklusive Redirect. Damit lassen sich Client-Tunnel zwecks Lastverteilung auf unterschiedliche Gateways umleiten.

Der Advanced VPN Client arbeitet laut Lancom mit allen IPSec-konformen Routern oder VPN-Gateways zusammen und kostet rund 130 Euro. Kunden, die nach dem 4.8.2019 eine Lizenz aktiviert haben oder eine noch nicht aktivierte Lizenz besitzen, erhalten das Upgrade gratis. Ein Upgrade von älteren Versionen ist für 80 Euro erhältlich. (dz@ct.de)

iOS 13 geknackt

Ein Team aus Sicherheitsforschern und Hackern hat mit Checkra1n einen Jailbreak veröffentlicht, der Geräte mit iOS 12.3 und erstmals auch iOS 13 sowie iPadOS knackt. Das Tool eignet sich für Geräte ab dem iPhone 5s bis zum iPhone X.

Laut den Entwicklern sei es mit Checkra1n nicht möglich, ein iPhone ohne Kenntnis des Gerätecodes zu entsperren, um so an die Nutzerdaten zu gelangen. Auch ist der Jailbreak nicht persistent; wer sein Gerät ohne Apples Sicherheitsmechanismen betreiben will, etwa für den unabhängigen Softwareladen Cydia, muss es nach jedem Gerätestart erneut knacken. Grundlage des Tools ist der Boot-ROM-Exploit checkm8. Für iPhone-Modelle mit Apples A12- und A13-Chip (iPhone XR, XS sowie die Neuzugänge iPhone 11 und 11 Pro) sind bislang keine öffentlichen Jailbreaks bekannt. (dz@ct.de)

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