c't 25/2019
S. 38
c’t deckt auf
Content-Prüfer
Aufmacherbild

Digitale Drecksarbeit

Content-Prüfer für YouTube schildern ihren Job

Videos von Hinrichtungen, Hetze, Missbrauch: „Content-Moderatoren“ für YouTube müssen Verstörendes ertragen. Trotzdem werden sie schlecht bezahlt und hangeln sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten.

Das Schlimmste für Alexander S. war ein Video, das zeigt, wie ein etwa ein Jahr altes Kind misshandelt und getötet wird. „Die Bilder bekomme ich mein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf“, sagt er. Jederzeit könnten die Erinnerungen hochkommen, vor allem, wenn er irgendwo ein Kleinkind sehe.

Es gehört zu seinem Job, solche Videos anzuschauen. S. arbeitet in Hamburg bei dem IT-Dienstleister Cognizant als „Content-Moderator“ für Googles Videoplattform YouTube. Das heißt: Er und seine Kollegen sehen täglich Volksverhetzung, Tierquälerei, Enthauptungen. Sie sperren solche Inhalte, damit möglichst wenige andere Menschen sie zu Gesicht bekommen. Sie erledigen für YouTube die Drecksarbeit.

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