c't Extra 2019
S. 196
Story
Das x86-Komplott
Aufmacherbild
Illustration: Jan Bintakies, Hannover

Das x86-Komplott

Die Narbe des Anfang der Woche unter der Haut implantierten Brainchips schmerzte, juckte und störte bei der Arbeit. Zudem hatte der Tag längst begonnen und schickte wärmende Sonnenstrahlen durch das Fenster. Kev stand der Schweiß auf der Stirn, dieser perlte sanft auf das vor ihm liegende handschriftliche Dokument. Die mit Tinte zu Papier gebrachten Buchstaben und Skizzen zerflossen an den Stellen, an denen die Wassertropfen auftrafen. Er überlegte kurz und sortierte seine Gedanken.

Im Radio wurden die Nachrichten verlesen. Erst heute hatte man im hiesigen Museum den Diebstahl einer Rarität bemerkt – des letzten intakten Apple-I-Computers von Ende 1976. „Was sind das nur für Leute?“, murmelte er und schaltete den altertümlichen Empfänger ab. Er hatte ein Herz für klassische Technik. Daher hielt er auch nach wie vor an der Gewohnheit des Radiohörens fest. Dankenswerterweise hatte die Politik sich in all den vergangenen Jahren trotz Dutzender Vorstöße von interessierter Seite doch nicht dazu durchringen können, die eigentlich vorsintflutliche analoge Audio-Übertragung übers Ultrakurzwellenband abschalten zu lassen.

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