c't 3/2019
S. 112
Marktübersicht
Mehrraum-Lautsprecher
Aufmacherbild
Bild: Rudolf A. Blaha

Musik in allen Flüssen

Chromecast, Spotify Connect & Co. als günstige Alternative zu Mehrraum-Lautsprechern

Netzwerklautsprecher in allen Räumen sind eine feine Sache, wenn man sie denn auch mit dem passenden Protokoll gemeinsam zum Klingen bringt. Ausgewachsene Musiksysteme wie Sonos erledigen den Job souverän – aber wie schlagen sich die diversen Streaming-Alternativen von Amazon über Google bis Spotify Connect?

Wer seinen Haushalt mit einem Multiroom-Musiksystem ausstatten möchte, greift heute meist zu den geschlossenen Systemen von Sonos, BlueSound, Yamaha oder anderen, wie wir sie in c’t 24/2018 getestet haben. Dabei taucht immer wieder die Frage auf: Geht das nicht auch billiger und vielleicht sogar herstellerübergreifend?

Der Gedanke ist verlockend – schließlich will sich längst nicht jeder Kunde der Produktwelt eines einzelnen Herstellers verschreiben. Oft auch fehlt im Portfolio des jeweiligen Systems ausgerechnet die Lautsprechergröße, die man unbedingt haben möchte, oder die schon vorhandene Lieblingskomponente lässt sich nicht vernünftig einbinden. Als Alternative zu den geschlossenen Musiksystemen dienen sich unterschiedliche Streaming-Protokolle zur drahtlosen Musikverteilung per WLAN an.

Die fünf wichtigsten Alternativen zu Sonos & Co. erschließen das Feld der Musikverteilung aus recht unterschiedlicher Richtung. Da ist zum einen der in die Jahre geratene Standard Universal Plug and Play Audio Video – kurz UPnP AV. Die Digital Living Networks Alliance (DLNA), die für die Zertifizierung entsprechender Endgeräte zuständig war, hat sich 2017 zwar aufgelöst, doch noch immer bieten Hersteller UPnP-AV-fähige Geräte an. Ziel der DLNA war das Etablieren eines herstellerübergreifenden Standards zur Medienverteilung im Netz – also eigentlich genau das, was sich der Kunde wünscht.

Mit Amazon, Apple und Google stehen zudem drei Schwergewichte auf dem Plan, die bei der Medienverteilung eigene Standards setzen wollen. Apple hat sein Streaming-Protokoll AirPlay jüngst aufgefrischt: AirPlay 2 kommt nun mit Multiroom-Unterstützung und soll im Unterschied zum Vorgänger für zuverlässiges Audiostreaming im Netz sorgen.

Konkurrent Google integriert sein Google-Cast-Protokoll in die hauseigenen Chromecast-Geräte und Smart Speaker, konnte aber auch schon zahlreiche Drittanbieter auf seine Plattform locken. Der Handelsriese Amazon wiederum arbeitet nach ersten Erfolgen mit der Sprechdose Echo kräftig am Ausbau seines Angebots – die smarten Lautsprecher mit der Sprachassistentin Alexa bekamen jüngst ebenfalls ein Multiroom-Update verpasst und Geräte „powered by Alexa“ gibt es wie Sand am Meer.

Der letzte Kandidat ist der Streaming-Standard des Musik-Abo-Dienstes Spotify. Mit Spotify Connect hat der Anbieter ein eigenes Protokoll am Start. Bis vor Kurzem blieb die Nutzung von Spotify Connect nur der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Im vergangenen November kündigte das Unternehmen an, das System auch für alle Gratis-Nutzer zu öffnen.

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