c't 3/2019
S. 27
News
Internet und Anwendungen

Otter statt Opera?

Als Rendering-Engine nutzt Otter nicht das marktbeherrschende Google-Projekt Chromium, sondern die Qt-Portierung von Apples WebKit.

Einst sollte das Open-Source-Projekt Otter den Browser Opera 12 beerben. Zu Neujahr 2019 ist nun erstmals eine als „stabil“ gekennzeichnete Version herausgekommen. Zwar gibt es noch keinen Installer des Open-Source-Projekts, aber zumindest für Windows-Nutzer steht ein 32-Bit-Binary zur Verfügung. Weitere sind angekündigt. Linux-Nutzer können sich den Browser über die Paketverwaltung einrichten oder selbst kompilieren.

Fünfeinhalb Jahre hatte die Community um den Entwickler Michał Emdek bis zu diesem Schritt gebraucht. Die Idee zum Otter Browser kam auf, als Opera im Frühjahr 2013 ankündigte, seine Browser-Engine einzustellen. Mit Otter sollte ein Browser entstehen, der die Features des von seiner Fan-Gemeinde heiß geliebten Opera 12 zeitgemäß weiterführt.

In Sachen Ausstattung kann es Otter noch nicht mit dem Vorbild oder den Konkurrenten aufnehmen. Außer Basis-Features wie privater Modus oder Passwort-Manager fallen der Inhalteblocker, die Sitzungsspeicherung und die Notizfunktion auf. An Zukunftsplänen mangelt es nicht: Mausgesten, Tab-Gruppierung und UI-Anpassungen stehen für die nähere Zukunft auf der To-do-Liste. (heb@ct.de)

Deals&Projects jetzt teamfähig

Rechte in Deals&Projects lassen sich prägnant und fein differenzieren.

Mit Julitecs webgestützter Unternehmensanwendung Deals&Projects kann man jetzt jedem Mitarbeiter maßgeschneiderte Berechtigungen für Programmfunktionen zuweisen oder durch Vererbung aus einem Rollenschema übergeben. Außerdem haben die Entwickler eine neue, speziell für die Präsentation bei Kunden geeignete Projektansicht implementiert. In einem Angebot aufgeführte Aufgaben lassen sich jetzt von einem Projekt in ein anderes verschieben. (hps@ct.de)

Neue Flügel für Thunderbird

Der Donnervogel holte nach Weihnachten Luft: Am 2. Januar kündigten die Entwickler Verbesserungen und neue Funktionen an. Bild: Mozilla

Anfang Januar machte Ryan Sipes, Community-Manager beim Thunderbird-Projekt, allen Fans des quelloffenen Mail-Programms ein verspätetes Weihnachtsgeschenk: Er kündigte in einem Blog-Post an, dass Thunderbird 2019 zahlreiche Verbesserungen erhalten soll, die die Software stabiler und schneller machen. Dafür werde das Open-Source-Projekt sogar sechs neue Entwickler einstellen. Eine Steigerung des Spendenaufkommens ermögliche den Zuwachs auf nunmehr 14 fest angestellte Mitarbeiter in Vollzeit.

Die neuen Entwickler sollen sich vor allem um Verbesserungen bei der Performance kümmern. Außerdem habe man vor, Gmail als wichtigsten E-Mail-Provider besser zu integrieren. So soll Gmails Label-Funktion auch in Thunderbird nutzbar sein. Der Mailer solle besser in die verschiedenen Desktop-Umgebungen integriert werden, um beispielsweise Nachrichten-Alerts zuverlässiger anzuzeigen. Einen neuen Schwerpunkt soll die Überarbeitung der Verschlüsselungsoptionen bilden. „Ob diese Arbeit es in die nächste Version schafft oder nicht, ist eine offene Frage, aber wenn wir unser Team erweitern, wird dies ein Schwerpunkt sein. Es ist unser Anliegen, die Verschlüsselung von E-Mails und die Absicherung der privaten Kommunikation in den kommenden Versionen zu erleichtern.“

Thunderbird hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Im Dezember 2015 dachte Mozilla-Chefin Mitchell Baker öffentlich über eine Trennung von Thunderbird und Firefox nach. Beide Projekte würden sich gegenseitig in ihrer Entwicklung behindern. Im Mai 2017 beschloss die Mozilla-Stiftung dann aber doch, künftig das „rechtliche und fiskalische Zuhause“ für das Thunderbird-Projekt zu bleiben – die Zukunft des Mail-Clients war gesichert. Thunderbird ist seitdem technisch unabhängig von Mozilla. Im August 2018 veröffentlichte das Team die derzeit aktuelle Version Thunderbird 60. (hob@ct.de)

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