c't 3/2019
S. 26
News
Netze

Wi-Fi 6 kommt ins Mesh-WLAN

TP-Link will mit Deco X10 der erste Hersteller werden, der die nächste WLAN-Generation in sein Mesh-System integriert.

Auf der CES 2019 rührten die Netzwerkhersteller die Werbetrommel für den nächsten WLAN-Standard IEEE 802.11ax, den die Herstellervereinigung Wi-Fi Alliance (WFA) lieber Wi-Fi 6 genannt haben will. Noch ist der Standard nicht fertig, aber er zieht im Entwurfsstatus schon in Router, Access Points und erste Mesh-Systeme ein. Ab Herbst 2019 will die WFA dann auch Zertifizierungen anbieten, die garantieren sollen, dass sich Wifi-6-Clients mit Wi-Fi-6-Basen verstehen.

Mit dem auf der Messe gezeigten RT-AX88U ist Asus vorgeprescht: Der WLAN-Router treibt nach unserer Messung den Nettodurchsatz in der Funkzelle unter idealen Umständen nah an die 2-GBit/s-Grenze (Test in c’t 26/2018). Doch das gilt nur, wenn mehrere Datenströme gleichzeitig laufen. Bei einem einzelnen Download ist Wi-Fi 6 kaum schneller als der Vorgänger. Dennoch wird Wi-Fi 6 in den nächsten Monaten an allen Ecken und Enden erscheinen, denn vor allem bei Installationen mit vielen Clients – Hörsäle, Arenen, Konzerthallen – soll es effizienter funken als Wi-Fi 5 (IEEE 802.11ac).

TP-Link will als erster Hersteller Wi-Fi 6 in sein Mesh-WLAN-System integrieren: Deco X10 soll auf 1,95 GBit/s Durchsatz kommen und mehr als 100 Clients bedienen können. Zu den 2018 vorgestellten Routern AX11000 und AX6000 gesellen sich zwei Einsteigermodelle (AX1800 und AX1500) und der erste WLAN-Repeater für Wi-Fi 6 (RE705X). Mit „OneMesh“ will TP-Link dann nicht nur die 11ax-Geräte unter eine zentrale Verwaltungshaube stecken. OneMesh soll für „die gesamte Produktlinie an SoHo-Lösungen“ kommen, also Router (WLAN, XDSL, 3G/4G), WLAN-Repeater und Powerline-Adapter.

Netgear nutzt die CES nicht nur, um seine im November 2018 bekannt gewordenen 11ax-Router RAX80 und RAX160 (ct.de/-4217017) zu präsentieren, sondern auch um Produkte für Firmen anzukündigen: Unter „Smart Managed Pro S350“ firmiert eine Serie von fünf Gigabit-Switch-Modellen, von denen zwei auch Energie liefern (PoE+, IEEE 802.3at). Dazu gibt es den Access Point WAC540 mit drei WLAN-Modulen (Wi-Fi 5 mit vier Streams, 1 × 2,4 GHz, 2 × 5 GHz) für Einsätze mit vielen Clients sowie den WLAN-Router WAC124 (11n-300 und 11ac-1733). In der zweiten Jahreshälfte 2019 will Netgear dann sein Mesh-System Orbi auf Wi-Fi 6 hochrüsten: Das Modell RBK152 wird drei WLAN-Module mit Qualcomm-Chips enthalten. Mindestens das für den Mesh-Backbone genutzte Modul soll gemäß 11ax funken, alle mit vier MIMO-Streams. (ea@ct.de)

Open-Source-WLAN-Telefon

Mit dem WiPhone telefoniert man per VoIP übers WLAN. Es kann auch als Hardwaregrundlage für eigene Programmierprojekte dienen.

Der Mikrocontroller ESP32 ist nicht nur bei Elektronikbastlern beliebt: Die Firma WiPhone entwickelt aktuell ein SIP-Telefon mit dem WLAN-Chip. Das Gerät soll als dedizierte Hardware für VoIP-Telefonate übers WLAN dienen. Dafür liefert WiPhone eine fertige Firmware im Stil einfacher Nokia-Handys.

Für alle, die mehr draus machen wollen, will der Hersteller den Hard- und Firmware-Source-Code veröffentlichen. So soll es leicht sein, eigene Projekte, beispielsweise aus der Arduino-IDE, auf dem WiPhone umzusetzen. Weitere Hardware findet auf der Rückseite Platz: Federkontakte verbinden die Zusatzplatinen mit dem ESP32. Aktuell plant WiPhone ein Bastelsteckbrett, ein LoRa-Modem (LoRaWAN für IoT-Anwendungen) sowie eine RGB-Matrix.

Das ESP32-WiPhone wird voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres in der beschriebenen „Hacking“-Variante erhältlich sein. Eine Consumer-Variante ohne Zusatzplatinen sei ebenso im Gespräch, sagte der Hersteller gegenüber c’t. Detailanfragen ließ WiPhone bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet. (amo@ct.de)

Upgrades für TerraMaster-NAS

TerraMaster hat sein NAS-Betriebssystem TOS auf die Version 4 gehoben: Interessanter als die verbesserte Browser-Oberfläche, der frischere Linux-Kernel (4.13.16) und die Unterstützung für das Dateisystem Btrfs ist die neue Docker-Erweiterung. Damit kann man Serverfunktionen nachrüsten, die sich unabhängig vom NAS-Hersteller aktuell halten lassen.

Das x86-2-Bay-NAS F2-220 (Test in c’t 15/2017, Serverumbau in c’t 17/2017) bekommt einen aufgewerteten Nachfolger: Die Celeron-J3355-CPU des bereits bei Amazon gelisteten F2-221 beherrscht die AES-NI-Befehle für beschleunigte Verschlüsselung. Damit ist das 280 Euro teure NAS attraktiver als sein zurzeit 240 Euro kostender Vorgänger. (ea@ct.de)

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