c't 4/2019
S. 23
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Kompaktes Mesh-WLAN

Kompakt, schick und mit guter Funkausstattung: Das Multy U soll junge Leute ansprechen.

Beispiellos kompakt und benutzerfreundlich will Zyxels neues Mesh-WLAN-System „Multy U“ sein. Ein Multy U misst 12,3 × 12,3 × 3 cm und wiegt dabei rund 310 Gramm. Mit der kompakten Bauweise wolle man insbesondere eine jüngere Zielgruppe ansprechen, die keine Lust auf „raumgreifende“ und „optisch unattraktive“ Hardware habe. Die kleinen Nodes hängt man deshalb entweder am Lederband an die Wand oder stellt sie auf den integrierten Fuß.

Ein Webinterface erwähnt Zyxel indes nicht. Das System wird vollständig über eine App für Android und iOS konfiguriert. Das dauert laut Hersteller nur eine Minute. Die App biete zusätzlich eine integrierte Fehlerdiagnose, Netzüberwachung per Push-Benachrichtigung und eine Option, um Geräte vom Netzwerk auszuschließen. Weiter können Benutzer Ihr Netz mit Zyxels Cloud verbinden und das System darüber mit der Sprachassistentin Alexa steuern.

Funkseitig kommen drei Module zum Einsatz: eines für 2,4 GHz (IEEE 802.11b/g/n) und zwei für 5 GHz (IEEE 802.11a/n/ac Wave 2), wobei ein 5-GHz-Modul als Rückgrat den Mesh-Verkehr unter den Nodes weiterleitet. Mit je zwei Antennen pro Modul (MU-MIMO) werden bis zu 866 MBit/s übertragen.

Ein xDSL-Modem enthält Multy U nicht, die Verbindung mit dem Internet erfolgt über ein externes Modem per Gigabit-Ethernet. Zyxel macht keine Angaben, ob Ethernet auch als Mesh-Backbone genutzt werden kann. Multy U ist für rund 200 Euro (zwei Nodes) erhältlich. (amo@ct.de)

Deutsches LoRaWAN-Netz

Im Gegensatz zu seinen europäischen Nachbarn wie Frankreich hat Deutschland kein flächendeckendes LoRaWAN-Netz. Das neue Unternehmen Minol Zenner Connect will dies ändern und strebt an, ein landesweites Netz aufzubauen. Die Zielgruppe sind industrielle Kunden, die beispielsweise Maschinen proaktiv warten oder bewegliche Betriebsmittel jederzeit orten können wollen. Auch für städtische und kommunale Behörden, die ihre Infrastruktur überwachen wollen, sei LoRaWAN interessant.

Man plane zunächst bis zum Herbst dieses Jahres den Großteil der deutschen Ballungsräume abzudecken. Verbleibende ländliche Regionen sollen in den kommenden Jahren bedarfsgerecht oder durch Roaming-Partnerschaften mit anderen Netzbetreibern erschlossen werden.

LoRaWAN kombiniert geringe Datenraten mit hoher Empfangsempfindlichkeit, sodass große Reichweiten oder Übertragungen aus tiefen Kellern mit geringer Sendeleistung möglich sind. Die Nutzdaten dürfen dabei maximal 242 Bytes groß sein. Bisher gibt es in Deutschland nur einige städtische Netze sowie das von Freiwilligen betriebene The-Things-Network. (amo@ct.de)

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