c't 6/2019
S. 84
Hintergrund
Elektroschrott

Recycling eher schrottig

48,5 Millionen Tonnen Elektroschrott wurden 2018 weltweit produziert – die Wiederverwertung hinkt hinterher

Gewaltige Mengen E-Schrott entstehen jedes Jahr. Nur wenig davon schafft es ins Recycling. Viel landet durch illegalen Export auf Deponien in Drittweltländern und wird dort nicht oder unter umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen verwertet. Verlässliche Zahlen sind ebenso rar wie effektive Lösungsansätze.

Bis 2021 wird nach UN-Hochrechnungen die globale Elektroschrott-Produktion die 50-Millionen-Tonnen-Marke überschreiten. Innerhalb der nächsten 30 Jahre dürfte sich die Menge ausgemusterter Geräte – auch WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) genannt – sogar verdreifachen („A New Circular Vision for Electronics“, siehe ct.de/yffr).

Weltweit werden im Schnitt nur rund 20 Prozent davon fachgerecht wiederverwertet. Weitere vier Prozent landen im Restmüll wohlhabender Länder und dann auf Deponien und in Verbrennungsanlagen. Die verbleibenden 76 Prozent verschwinden in einer Black Box – sie sind kaum dokumentiert. Große Teile finden ihren Weg auf Deponien oder werden unter schlechten Bedingungen recycelt, oft in Ländern der dritten Welt. Einiges dürfte auch in Schubladen und auf Dachböden von Kunden verstauben.

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Small-IT-Geräte wie Smartphones sind die zweitkleinste E-Schrott-Kategorie nach EU-6-Klassifizierung. Hier sind jedoch viele wertvolle Rohstoffe gebunden. Quelle: Quelle: Global E-Waste Monitor 2017