c't 6/2019
S. 44
News
Internet

Grauzone Messaging zwischen Lehrern und Eltern

Für viele Eltern gehört es zum Alltag, Organisatorisches oder auch Probleme in der Schule mit den Lehrern via WhatsApp zu besprechen. Das ist zwar überaus praktisch, wirft aber auch datenschutzrechtliche Probleme auf.

KMK-Präsident Alexander Lorz: „In einem föderalen System können gewisse Sachverhalte durchaus unterschiedlich geregelt werden.“ Bild: Ralf Rühmeier/KMK

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab, dass manche Bundesländer den Lehrkräften längst untersagt haben, dienstliche Nachrichten untereinander oder mit Eltern über den Messenger auszutauschen. Es gebe jedoch keine einheitliche Linie.

Lehrkräfte in Hessen etwa dürfen über WhatsApp und andere Messenger keine Noten, Krankmeldungen, Adress- und Telefondaten, Hinweise auf Hausaufgaben sowie Feedback zur Lernleistung austauschen. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben komplett untersagt, soziale Netzwerke und Messenger für den schnellen Austausch von Lehrern, Schülern und Eltern zu nutzen. In NRW, Bayern, Thüringen und Hamburg gibt es laut dpa keine rechtlich bindenden Regelungen. Es handele sich um eine „Grauzone“, sagte eine Sprecherin des bayerischen Kultusministeriums.

Nun beschäftigt das Thema auch die Kultusministerkonferenz (KMK). Über Messenger-Dienste wie WhatsApp dürften keine personenbezogenen Daten ausgetauscht werden, betonte der KMK-Präsident, Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er schränkte aber ein: „In einem föderalen System können gewisse Sachverhalte durchaus unterschiedlich geregelt werden.“ Maßgeblich seien die jeweiligen Regelungen in den Ländern.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach deshalb von „Wildwuchs“. „Für die Ausstattung der Schulen sind bisher die Kommunen zuständig, die Gesetzgebung liegt bei den Landesregierungen“, kritisierte Ilka Hoffmann, die den GEW-Vorstandsbereich Schule leitet. Als Alternative zu mobilen Messengern forderte der Deutsche Lehrerverband die Einrichtung von landesweiten Elternportalen. (hob@ct.de)

Google stellt Maßnahmen gegen Desinformation vor

Durch zusätzliche Kontextinformationen, zum Beispiel mit Links zu Faktenchecks in der Suche, sollen sich Anwender besser ein eigenes Bild machen können.

Auf der Münchener Sicherheitskonferenz hat Google seine Maßnahmen gegen Fake News präsentiert. Das Unternehmen setzt drei Strategien ein, die unabhängig von einer Bewertung der Intention die Verbreitung von Falschinformationen über Googles Services eindämmen sollen: Ranking-Algorithmen sollen die Content-Qualität einer Nachricht ermitteln und den Artikel entsprechend bei Googles Diensten listen.

Mit verschiedenen Maßnahmen versuche Google zudem, „bösartige Akteure“ zu erkennen, um deren Content herabzustufen. Zudem setze Google darauf, den Nutzern bei Suchergebnissen mehr Kontextinformationen zu einem Thema an die Hand zu geben. Durch zusätzliche Links auf weitere Artikel sowie Videos sollen die Anwender sich ein eigenes Urteil bilden können. (jo@ct.de)

Chrome: Google rudert zurück

Google hat auf den massiven Protest an einer geplanten Schnittstelle seines Browsers Chrome reagiert. Das geplante declarativeNetRequest-API hätte in seiner ursprünglich geplanten Version das Aus für viele Erweiterungen bedeutet, etwa für Werbeblocker (siehe c’t 5/2019, S. 55).

Nun hat ein Google-Entwickler in einem Post klargestellt, dass Google nicht vorhabe, das bestehende Chrome-Ökosystem zu beschneiden (siehe ct.de/yfhu). Das gelte auch für Adblocker. Die Neuerungen im declarativeNetRequest seien noch in der Diskussion. Mittlerweile hat Google Änderungen am API-Entwurf vorgenommen, mit denen Adblocker weiterhin funktionieren dürften. Dazu zählen mehr und komplexere Regeln für Filter. (jo@ct.de)

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