c't 6/2019
S. 40
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Internet der Dinge

LoRaWAN-Gateway für 70 Euro

Die Initiatoren des Community-basierten LoRaWAN-Netzwerks „The Things Network“ (TTN) haben ein besonders günstiges LoRaWAN-Gateway vorgestellt.

Das „The Things Indoor Gateway“ wird direkt in die Steckdose gesteckt oder per USB-Kabel mit Strom versorgt. Es verbindet sich per WLAN mit den Servern von The Things Network.

Das „The Things Indoor Gateway“ soll 69 US-Dollar kosten und ab Mai verfügbar sein. Ziel der Initiative, die aus den Niederlanden stammt, ist der Aufbau eines weltweiten Netzwerks für vernetzte Geräte, die im Akkubetrieb nur wenig Energie für das Versenden von Statusinformationen haben, zum Beispiel Sensoren oder Location-Tracker. LoRaWAN nutzt in Europa den anmeldefreien Frequenzbereich um 868 MHz. Die Nachrichten werden von Gateways mit einem 868-MHz-Transceiver empfangen und über eine Internetverbindung an die Server des Netzwerks geschickt. Über ein HTTP-API kann man die Nachrichten abrufen und verarbeiten. Die Nutzung des Netzwerks ist kostenlos.

Damit die Community-Idee von TTN funktioniert, müssen Freiwillige solche Gateways betreiben, die einen Radius von mehreren hundert Metern abdecken. In den Niederlanden gibt es in bebauten Gebieten bereits flächendeckenden Empfang. In Deutschland dagegen stehen nur vereinzelte Gateways in großen Städten. Das liegt vor allem am Preis. Für ein brauchbares Achtkanal-Gateway musste man mindestens 250 Euro einplanen. Das neue Indoor-Gateway hat nur eine eingebaute Antenne – ein erster Test der c’t-Redaktion zeigt aber, dass man problemlos eine Außenantenne nachrüsten kann. Strom bekommt das Gateway über ein eingebautes Steckernetzteil oder USB-C. (jam@ct.de)

Sigfox veröffentlicht Protokollspezifikation

Das Unternehmen Sigfox hat die Funkspezifikation seines gleichnamigen IoT-Funknetzwerks für die Übertragung kleiner Datenmengen bei großer Reichweite veröffentlicht. Der französische Anbieter kümmert sich um den Netzausbau und arbeitet in Europa im Frequenzbereich um 868 MHz. Dafür verlangt er pro Gerät 20 Euro im Jahr – Zielgruppe sind Anbieter von Geräten, die bis zu 12 Byte lange Nachrichten verschicken müssen.

Bisher gab es nur von Sigfox lizenzierte Modems, da nicht öffentlich dokumentiert war, wie die Endgeräte mit dem Netzwerk kommunizieren. Mit der Freigabe der Spezifikation erhofft sich Sigfox nach eigenen Angaben ein größeres Angebot an passenden Modems. Die Inhalte sind aber nicht ganz überraschend: Bereits im Dezember 2018 berichtete Florian Euchner auf dem Hackerkongress 35C3, wie er den Kern des Protokolls per Reverse-Engineering herausgearbeitet hatte. Diese Ergebnisse sind weitgehend deckungsgleich mit der jetzt veröffentlichten Spezifikation. Euchners Vortrag könnte dazu beigetragen haben, dass Sigfox mit einem offiziellen Dokument nachgelegt hat.

Gegenüber c’t erklärte Euchner, dass besonders die maximale Symbolrate ein bisher unbekanntes Detail sei. So dürfen Geräte im Sigfox-Netz nicht nur wie bisher bekannt mit 100 Baud senden, sondern die Information mit 600 Baud übertragen. Je schneller das Verschicken geht, desto schneller kann das Gerät wieder in den Tiefschlaf verfallen und muss dementsprechend weniger Energie aufwenden. (jam@ct.de)

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