c't 6/2019
S. 12
News
EU-Urheberrechtsreform
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Bild: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Das gesiebte Netz

Auswirkungen des EU-Deals zur Copyright-Reform auf Content-Filter

Künftig sind Betreiber wie YouTube dafür haftbar, wenn urheberrechtlich geschütztes Material auf ihren Plattformen verbreitet wird. Rechteinhaber freuen sich über höhere Zahlungen und Google könnte seine Monopolstellung durch Verbreitung seiner Content-Filter ausdehnen.

An einem Mittwochabend Mitte Februar stieg aus einem Beratungszimmer im EU-Parlament in Straßburg weißer Rauch auf: Zweieinhalb Jahre nachdem die EU-Kommission den Aufschlag gemacht hatte, verständigten sich Verhandlungsführer hinter verschlossenen Türen auf den Entwurf einer neuen Urheberrechtsrichtlinie. Zuvor hatte ein deutsch-französischer Kompromiss im Ministerrat den Weg dafür freigemacht. In sozialen Medien wurde daraufhin der Untergang des freien Internets beklagt, während der parlamentarische Berichterstatter Axel Voss (CDU) das Aus für Wild-West-Methoden der US-Internetriesen verkündete. Was die Generation YouTube & Twitter mitsamt der Internetwirtschaft auf die Palme bringt, ist vor allem Artikel 13 der von den EU-Gremien vereinbarten Reform. Dieser dürfte Anwälte und Richter aufgrund vager Bestimmungen noch lange beschäftigen.

Die wilde 13

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