c't 7/2019
S. 177
Spielekritik
Strategiespiel
Aufmacherbild

Sturm im Wasserglas

Civilization VI: The Gathering Storm bringt erstmals den Klimawandel ins Spiel. Doch die globale Bedrohung bleibt ein fernes Hintergrundrauschen.

Überschwemmungen, Tornados, Dürren – die zweite Erweiterung zu Sid Meier’s Civilization VI bringt Naturkatastrophen und Klimawandel in den Aufbauklassiker. Bis man diese zu sehen bekommt, muss man allerdings warten. Etwa alle 50 bis 100 In-Game-Jahre ereignen sich die farbenfrohen Spektakel, die meist nur begrenzt Schaden anrichten und sogar positive Effekte haben können. Fruchtbarer Schlamm und nährstoffreicher Vulkanboden sorgen für neue Ressourcen, wenn das Wasser versickert und die Lava erkaltet ist. Die Racheakte der Natur sind eher das Sahnehäubchen auf dem Aufbau-Kuchen. Wie üblich muss man Städte gründen und von der Frühgeschichte bis ins Informationszeitalter führen. Es dauert, bis man umweltverträgliche Energien erforschen kann. Solange setzt man auf Kohle und Öl, selbst wenn der Meeresspiegel steigt. Barbaren sind eine größere Gefahr als Springfluten, und gegen beides bieten Bastionen Schutz.

Kongress, Gunst und Groll

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