c't 7/2019
S. 166
Recht
Prozessstrategie

Arroganz kann teuer werden

Wie Facebook durch Aussitzen einer Klage ein Ordnungsgeld von 50.000 Euro zahlen musste

Facebook hat eine neue Variante der klassischen David-gegen-Goliath-Geschichte geschaffen: Der Kleine gewinnt, weil der Große schläft – von seiner eigenen Größe gehandicapt. Der Ausgang des Kampfes wirft jedoch für künftige Davids nicht viel Brauchbares ab.

Gezim Ukshini, Inhaber des Frisiersalons Sultan in der hannoverschen Innenstadt, hat keinen Account bei Facebook. Auch seine Frau, seine Kinder und seine übrige Familie sind nicht bei dem sozialen Netzwerk registriert. Er reagierte daher ausgesprochen überrascht, als eine Bekannte ihm mitteilte, dass sein Friseursalon eine eigene Facebook-Seite habe.

Wie sich herausstellte, bot diese unverwaltete Facebook-Präsenz Anschrift, Telefonnummer und sogar Fotos des Salons sowie Bewertungen von Facebook-Nutzern, außerdem Angaben zu Mitbewerbern dar. Ukshini aber wollte mit Facebook nichts zu tun haben. Er rief bei der Facebook Germany GmbH in Hamburg-Neustadt an und bat mehrfach freundlich darum, „seine“ Seite zu löschen. Er bekam jedoch immer wieder die gleiche Antwort: Die Seite werde nicht gelöscht werden, jedoch könne er sich selbst bei Facebook anmelden und Zugriff auf die eigene Verwaltung seiner Seite bekommen – das glatte Gegenteil von dem, was der Friseur eigentlich wollte.

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