c't 7/2019
S. 91
Kurztest
Tier-Tracker

Peilsender für Brandy

Der Pet Tracker soll Hund oder Katze wiederfinden helfen, wenn sie mal ausbüxen. Das Gerät arbeitet mit dem in Deutschland wenig bekannten Internet-of-Things-Netzwerk von Sigfox.

Brandy ist der Hund von Volker Weber.

Ein kleines wasserdichtes Kästchen am Halsband des Haustiers, das regelmäßig den Standort meldet, ohne täglich geladen werden zu müssen: Das wünschen sich viele Tierhalter. Bisherige Lösungen übertragen den Standort per Mobilfunk, was verhältnismäßig viel Energie frisst und entweder zu großen Akkus oder geringen Laufzeiten führt.

Der Pet Tracker von Invoxia dagegen setzt auf die stromsparende IoT-Funktechnik von Sigfox. Bis zu einem Monat Laufzeit verspricht der Hersteller, in unserem Test wollte das Gerät nach zehn Tagen wieder ans Ladegerät. Mit dem Kaufpreis ist die Nutzung des Sigfox-Netzes bereits für drei Jahre abgegolten. Danach kostet ein Jahr zehn Euro. In Frankreich und der Schweiz benutzt der Tracker LoRa-Netze.

Bewegt sich das Haustier nicht, sendet der Tracker die Position nur alle vier Stunden. Das spart Akkukapazität. Erst wenn das Tier läuft, meldet er je nach Einstellung alle zehn oder fünf Minuten den Standort. Der Bewegungssensor fungiert als Nebeneffekt auch als Fitness-Tracker fürs Haustier.

Zur Positionsbestimmung sucht der Pet Tracker nach WLAN-Accesspoints in seiner Umgebung. Bei drei oder mehr Treffern meldet er deren MAC-Adressen an den Hersteller, der über einen Google-Service die Position des Trackers bestimmt. Findet der Tracker nicht ausreichend WLAN-Netze, dann bestimmt er mit dem stromhungrigeren GPS-Modul die Position. Der Halter erhält die Positionsdaten seines Vierbeiners per Smartphone-App, in der er auch eine Historie abrufen kann.

Der Nutzen des Pet Trackers steht und fällt mit der Sigfox-Abdeckung. Der Hersteller sieht daher vor, dass man vor dem Kauf auf der Abdeckungskarte von Sigfox die Netzverbindung in seiner Gegend überprüft. Doch auch die Karte ist mit Vorsicht zu genießen: Unser laut Karte vollständig erschlossenes Testgebiet in Darmstadt deckt Sigfox tatsächlich schlecht ab. Im Osten der Stadt gab es sogar mitunter keine Verbindung, sodass nur etwa die Hälfte der Positionsangaben durchkam. Auf unsere Anfrage sicherte der Hersteller zu, verkaufte Geräte zurückzunehmen, sollte sich bei einem Kunden wider Erwarten die Netzqualität als zu schlecht herausstellen.

Auch wenn das Sigfox-Netz Lücken hat: Ein Tracker erhöht die Chancen, ein Tier wiederzufinden, das ausgebüxt ist. In der Regel dürfte es bereits ausreichen, wenn man nur grob weiß, wo man laut rufend suchen muss. Und wenn sich der Vierbeiner wirklich mal auf eine lange Wanderung macht, versucht der Tracker, regelmäßig zu senden: Wenn sich die Position nicht ändert oder der Akku knapp wird, schaltet der Tracker in den Stromsparmodus und gibt dann nur alle vier Stunden ein Signal ab. (Volker Weber/jo@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Invoxia Pet Tracker

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