c't 7/2019
S. 70
Hintergrund
HiRes-Audio
Aufmacherbild
Bild: Albert Hulm

Magisches Rauschgift

Was man jenseits von CD-Qualität hören kann – und was nicht

Der Streaming-Anbieter Tidal wirbt mit hochwertigen Aufnahmen, die besser klingen sollen als auf CD. Doch das von Tidal genutzte Format MQA ist selbst unter Experten umstritten. Wir haben ermittelt, was sich klanglich dahinter verbirgt.

Die CD ist in audiophilen Kreisen nicht sonderlich angesehen: Ihr Format mit einer Samplingfrequenz von 44,1 kHz sei nicht hochwertig genug, um alle musikalisch relevanten Informationen zu speichern. Und die Wortbreite von 16 Bit könne Klänge nicht fein genug auflösen, heißt es. Deshalb schwören Audiophile auf Abtastungen von 96 oder gar 192 kHz mit 24 Bit. Beim Streaming benötigen solche Dateien allerdings deutlich höhere Bitraten, was die Kosten in die Höhe treibt.

Findige Entwickler aus Großbritannien haben deshalb ein neues Format namens „Master Quality Authenticated“ (MQA) ausgetüftelt. Es ist auf der einen Seite abwärtskompatibel zur CD und lässt sich mit jeder Software wiedergeben, die WAV-Dateien oder FLAC abspielt. Mit einem besonderen Decoder entfaltet MQA jedoch eine wesentlich bessere Klangqualität, die audiophilen Ansprüchen genügt. Tidal streamt MQA-Dateien in einem FLAC-Container mit einer Auflösung von 48 kHz und 24 Bit, der laut Hersteller einen Datenstrom mit durchschnittlich etwa 1300 kBit/s erzeugt – rund doppelt so viel wie eine per FLAC komprimierte Audio-CD. Die darin verpackten MQA-Alben auf Tidal nutzen meist Sampling-Raten bis 96 kHz.

Kommentare lesen (10 Beiträge)