c't 7/2019
S. 47
News
Netze

WireGuard zieht in Router ein

Die Router von TDT lernen mit dem aktuellen Firmware-Upgrade die neue VPN-Technik WireGuard. Damit will der Hersteller das SoftEther-VPN ablösen.

Als erster hiesiger Routerhersteller hat TDT angekündigt, das sich noch in der Entwicklung befindliche VPN-Protokoll WireGuard in seine Firmware zu integrieren. Ein genaues Datum nannte der Hersteller nicht, in der Pressemeldung hieß es „in naher Zukunft“.

Neugierige Kunden können das Protokoll schon testen, da TDT WireGuard im Anfang März erschienenen Firmware-Update v2018.12a als Beta-Funktion integriert hat. Mit einer Mail an support@tdt.de lassen sich Details zur Freischaltung anfragen. WireGuard punktet gegenüber Userland-Verfahren wie OpenVPN durch seine Kernel-Integration, die sonst notwendige, performancefressende Kontextumschaltungen vermeidet. Auch lässt es sich deutlich einfacher konfigurieren als etwa IPsec oder OpenVPN. Zu WireGuard gab es in c’t 5/2019 auf Seite 158 eine Einführung mit praktischen Beispielen. Das Protokoll lässt sich im Open-Source-Routerbetriebssystem OpenWrt auch schon aktivieren. (amo@ct.de)

WiFi 6 für Mobilgeräte

Broadcom hat mit dem BCM43752 einen WiFi-6-Chip für Mobilgeräte in die Massenproduktion gebracht. Der Baustein funkt mit zwei MIMO-Streams nach einem Entwurf für IEEE 802.11ax und soll bis zu 1,2 GBit/s erreichen. Das deutet darauf hin, dass der Chip mit einem maximal 80 MHz breiten WLAN-Signal arbeitet. Ferner steckt ein Bluetooth-5+-Kern für Low-Energy-Long-Range (LELR) sowie ein UKW-Empfänger fürs Radiohören drin. Da sich der BCM43752 alternativ zu SDIO 3.0 auch per PCIe 2.0 ins System einbinden lässt, könnte er auch in Notebooks auftauchen. (ea@ct.de)

MPLS debuggen

Mit der Firmware 2.3.0 können die Network Multimeter von Allegro Packets nun auch MPLS untersuchen.

Allegros Network Multimeter analysieren Netzwerkverkehr im Detail, transparent und ohne ihn zu bremsen bei bis zu 100 GBit/s Datenrate. Die Geräte haben nun die Firmware-Version 2.3.0 mit neuen Funktionen erhalten.

Um spezifischere Statistiken zu erstellen, können jetzt am Multimeter anliegende Netzwerke über den genutzten Port, über VLAN-Tags oder über MPLS-Labels in virtuelle Gruppen geteilt und separat analysiert werden. Übersteigen Lastspitzen am Ringpuffer die Schreibgeschwindigkeit der internen SSDs, können Nutzer einen In-Memory-Cache aktivieren, der die Daten zunächst im Arbeitsspeicher unterbringt. Die SSL-Cipher-Analyse zeigt für ganze Netze an, welche Kryptografie bei sicheren Verbindungen zum Einsatz kommt. Weiter hat Allegro Packets SNMP nachgerüstet, sodass das Network Multimeter durch Monitoring-Software überwachbar wird. (amo@ct.de)

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