c't 8/2019
S. 148
Praxis
Arbeitsspeicher
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Turbo-RAM

Das bringt schneller Arbeitsspeicher

Wenn der PC Videos langsam kodiert, wenn Spiele ruckeln oder Programme lange laden, helfen ein schnellerer Prozessor, eine stärkere Grafikkarte oder eine SSD. Doch wie sieht es beim Arbeitsspeicher aus – lohnt der Kauf schneller Overclocker-DIMMs oder handelt es sich dabei um teure Placebos?

Arbeitsspeicher für moderne Desktop-PCs gibt es in diversen Geschmacksrichtungen zu kaufen: Für gängige Plattformen wie Ryzen und Ryzen Threadripper von AMD sowie Core i-8000/9000 und Core X von Intel stehen DDR4-Module mit einer Kapazität von 4, 8 oder 16 GByte und unterschiedlichem Tempo von DDR4-2133 bis hinauf zu DDR4-4800 zur Wahl.

Zu unseren PC-Bauvorschlägen erreichen uns oft Leserfragen, warum wir bei diesen lediglich DDR4-2666 statt schnellerem RAM mit höherer Taktfrequenz und kürzeren Latenzen empfehlen – zumal DDR4-Speicher nur noch halb so viel kostet wie vor sechs Monaten und der Aufpreis für die Overclocker-DIMMs somit weniger ins Gewicht fällt.

Aus diesem Grund haben wir die Bauvorschläge Intel-Allrounder und Ryzen-Allrounder aus c’t 26/2018 mit unterschiedlich schnellen Modulen bestückt und getestet. Dabei haben wir unter anderem die Performance bei Rendering-Anwendungen, beim Videokodieren, beim Komprimieren und bei 3D-Spielen gemessen sowie Durchsatz und Latenz beim Speicherzugriff geprüft.

Overclocker-Module erkennt man an den bunten Blechdeckeln. Die aufgedruckte Maximalgeschwindigkeit erreichen sie aber nicht in allen Systemen. Das hängt auch vom Prozessor und vom Mainboard ab.

Wenn Sie selbst einen Rechner zusammenbauen oder ein bestehendes System aufrüsten, müssen Sie darauf achten, den passenden Speichertyp zu kaufen. RAM-Module werden auch als DIMMs bezeichnet, diese Abkürzung steht für Dual Inline Memory Module, was nichts anderes bedeutet, als dass im Unterschied zu den historischen SIMMs (Single Inline Memory Modules) an den Modulen auf Vorder- und Rückseite unterschiedliche Signale anliegen. Notebooks, Mini-PCs und manche Mini-ITX-Mainboards verwenden sogenannte SO-(Small Outline-)DIMMs. Diese Module sind mit 6,8 Zentimetern nur etwa halb so lang wie Standard-DIMMs (13,3 cm).

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Ergänzungen & Berichtigungen

Falsche Einheit

In der Tabelle auf Seite 150 ist die Einheit für die Komprimiergeschwindigkeit falsch. Statt GByte/s muss es MByte/s heißen. Deshalb ist auch die Schlussfolgerung falsch, dass in der Praxis beim Komprimieren von Dateien der Flaschenhals bei der SSD oder Festplatte liegt.