c't 8/2019
S. 132
Test
Sprachen lernen
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Bild: Albert Hulm

Polyglott unterwegs

Neun Apps, um überall Sprachen zu lernen

Lernen Sie eine Fremdsprache, während Sie auf den Bus warten, im Bett liegen oder beim Friseur sitzen! Einige Apps vermitteln das Wissen unterhaltsam und effektiv, andere führen mit vermeintlich innovativen Methoden schnell in eine Sackgasse.

Der Sommer steht vor der Tür. Wer im Urlaub wenigstens grundlegende Sprachkenntnisse draufhaben will, sollte jetzt mit einem Sprachkurs anfangen. Auch um beruflich voranzukommen oder in Literatur und Filme einer anderen Kultur eintauchen zu können, lohnen neue Sprachkenntnisse. Smartphone-Apps zum Lernen von Fremdsprachen lassen sich anders als ein Volkshochschulkurs in kleine Alltagspausen integrieren.

Ich habe neun Apps ausgewählt, um damit im Selbstversuch innerhalb von zwei Wochen täglich Spanisch zu lernen – nach Englisch die in Deutschland am häufigsten gelernte Fremdsprache. Die Kandidaten stehen für Android und iOS zur Verfügung, die meisten Kurse kann man aber auch im Browser bearbeiten – in dem Fall liegen die Daten zum Fortschritt in der Cloud. Die Dienste kommunizieren in der Ausgangssprache Deutsch und bieten Kurse mindestens für Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch sowie auch für Deutsch. Sie heißen 50 languages, Babbel, Busuu, Duolingo, LingQ, LinguaTV, Mondly, Mosa Lingua und Rosetta Stone. Über weitere Zielsprachen der Anbieter informiert die Tabelle auf Seite 138.

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) teilt Sprachkenntnisse in A1 und A2 (Grundkenntnisse), B1 und B2 (selbstständige Anwendung) sowie C1 und C2 ein (hohe Sprachkompetenz) ein. Dem folgen auch die Anbieter der meisten Kurse. Einige vermitteln Grundkenntnisse auf A1-Niveau, mit denen sich wenig mehr anstellen lässt, als beim Barkeeper des Club-Hotels auf den Balearen oder Kanaren das Eis zu brechen, andere können einen Volkshochschulkurs sinnvoll ergänzen, wieder andere wollen ihn vollständig ersetzen.

In der Regel haben die Sprachkurse für Englisch den größten Umfang, gefolgt von den Kursen für Spanisch, Französisch und Italienisch. Die Mehrzahl der Apps geht insbesondere bei exotischen Sprachen nicht über das Niveau A1 hinaus, was allerdings auch daran liegt, dass deutsch Sprechende für Sprachkompetenz auf A1-Niveau in Russisch oder Chinesisch deutlich mehr grammatisches Wissen benötigen als beim Englischlernen.

Methode und Motivation

Zwei Ansätze haben sich herauskristallisiert. Babble, Busuu und LinguaTV vermitteln Wissen über Dialoge und Geschichten sowie mit Vokabeltraining und Grammatikregeln wie im Schulunterricht. Dualingo, Mondly und Rosetta Stone setzen darauf, dass sich Sprache wie beim Erstsprachenerwerb über Beispiele und Wiederholung einprägt – eine Methode, die eventuell für Chinesisch oder Japanisch interessant ist.

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Nach erfolgreicher Abschlussprüfung vergibt Busuu ein Zertifikat. Bei schlechtem Abschluss, wie hier, kann man die Prüfung nach zwei Wochen wiederholen.