c't 8/2019
S. 112
Hintergrund
Server-Mainboards

Grundlagen zu Server-Mainboards

Wie sich Server- von Desktop-PC-Mainboards unterscheiden

Mainboards für Server haben einige Spezialfunktionen, die vor allem Sicherheit und Zuverlässigkeit steigern sollen.

Server-Software läuft auch auf normalen PCs und Notebooks. Denen fehlen jedoch Funktionen wie Fernwartung und fehlergeschützter Hauptspeicher. Server-Plattformen haben zudem weitere Besonderheiten, die bei Desktop-PC-Technik nicht üblich sind. Dazu gehört etwa die „windschnittige“ Anordnung der Mainboard-Bauteile in der typischen Luftrichtung in Rack-Einschubgehäusen.

Nicht jedes beliebige Serverboard besitzt sämtliche hier aufgezählten Eigenschaften, vielmehr gibt es je nach Fabrikat erhebliche Unterschiede. Das Bild zeigt das Supermicro X11SCL-F mit der Fassung LGA1151v2 und dem Chipsatz C242 für einen Intel Xeon E-2100. Das Micro-ATX-Serverboard ähnelt einem Desktop-PC-Board mit dem Chipsatz H370 oder B360. Der erwähnte Xeon kooperiert aber nur mit C242 oder C246 und nur auf solchen Boards lässt sich ECC-RAM für Error Correction Code (ECC) nutzen. ECC korrigiert die häufigsten Fehler im Arbeitsspeicher und erkennt viele weitere. Damit man defekte Speichermodule (DIMMs) frühzeitig erkennt, etwa weil das System bei ihnen häufig Bitfehler korrigiert, protokolliert sie das BIOS. Analog deuten häufige Fehler bei der PCIe-Kommunikation auf Probleme mit einem Slot oder einer PCIe-Karte hin. Das Standardverfahren ACPI Platform Error Interface (APEI) leitet solche Fehlermeldungen an das Betriebssystem weiter, sie tauchen dann etwa in der Ereignisanzeige von Windows Server auf oder im Linux-Log (Stichwort EDAC).

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