c't 8/2019
S. 100
Test
Kleine Server
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Fünf Server mit Xeon E-2100 für kleine Netze

Kleine Server sind flexibel einsetzbar vom mächtigeren NAS-Ersatz bis hin zur Zentrale für Kleinfirmen und Abteilungen. Fünf Server von großen wie mittelständischen Herstellern zeigen auf dem Prüfstand exemplarisch die Stärken und Schwächen ihrer Konzepte.

Arbeitsgruppen- oder Small-Office-Server gibt es sowohl von großen globalen Marken als auch vom deutschen Mittelstand. Für unseren Test haben wir uns fünf bezahlbare Server mit je einem einzigen Prozessor ins Labor geholt: Dell PowerEdge T140, Fujitsu Primergy TX1320 M4, Lenovo Thinksystem ST250, Supermicro SuperServer 5029C-T und TI120-XE von Thomas Krenn. Ein von HPE angefordertes Gerät erreichte uns nicht rechtzeitig zum Redaktionsschluss. Vom Miditower-Gehäuse, in das Thomas Krenn seine TI120-Reihe steckt, bis zum kompakten, beinahe würfelförmigen SuperServer sind aber ganz verschiedene Konzepte und Bauformen vertreten.

Alle Server arbeiten mit Prozessoren aus Intels aktueller Baureihe Xeon E-2100, die mit dem Core i5/i7-9000 eng verwandt ist (Coffee Lake Refresh). Der Xeon E-2100 ist der Nachfolger der Baureihe E3-1200 für Server mit einem einzigen Prozessor (Single Socket). Server mit AMD-Prozessoren sind mindestens eine Klasse höher zu finden, wo die Epyc-Systeme gegen Intels Xeon-SP antreten.

NAS & Cloud: Wozu Server?

Video: Nachgehakt

Seit Jahren schießen Cloud-Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden, gemietete Server-Leistung ist immer billiger zu haben. Weshalb also noch eigene Hardware kaufen? Gerade in Zeiten von DSGVO und von Sicherheitslücken wie Spectre und Meltdown gibt es gute Gründe, sich gegen das Einmieten in einer Serverfarm zu entscheiden: Im eigenen Gebäude sind sensible Kundendaten unter eigener Kontrolle. Im Vergleich zum vorkonfektionierten NAS bietet ein kleiner Server deutlich mehr Optionen, vor allem die freie Auswahl des Betriebssystems von Linux über Windows Server bis hin zu VMware ESXi. An Arbeitsspeicher ist zum einen deutlich mehr, zum anderen auch ECC-geschütztes RAM verfügbar. Viel Speicher ist – außer höherer Rechenleistung – wichtig, wenn viele Nutzer zugleich auf den Server zugreifen. Theoretisch sind bei einem Xeon E-2100 auf einem Mainboard mit vier DIMM-Fassungen bis zu 128 GByte möglich. Die dazu nötigen 32-GByte-Speichermodule – es müssen ungepufferte „UDIMMs“ sein, keine Registered DIMMs (RDIMMs) – sind aber noch nicht lieferbar und auch BIOS-Updates fehlen noch. Bis dahin ist bei 16 GByte pro ECC-UDIMM Schluss, also bei 64 GByte für vier Module.

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Ergänzungen & Berichtigungen

Neues BIOS für Fujitsu-Server

Die nach Redaktionsschluss erschienene BIOS-Verison R1.7.0 setzt auf dem Fujitsu Primergy TX1320 M4 die korrekte Prozessor-TDP von 71 Watt und steuert das RAM korrekt als DDR4-2667 an. Linux ließ sich nur im AHCI-Betrieb ohne RAID installieren.

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