c't 9/2019
S. 140
Hintergrund
Orbital-Netzwerk
Aufmacherbild
Bild: Jan Bintakies

Schwarm im Orbit

Nanosatelliten-Verband am Himmel leicht erreichbar

Einen Schwarm von Nanosatelliten haben Forscher der TU Berlin im Orbit installiert und vernetzt. Ein solcher Verband ist je nach Größe besser erreichbar als einzelne Satelliten und kann so Zeitvorteile bieten, zum Beispiel bei Frühwarnsystemen.

Jeder einzelne Nanosatellit ist würfelförmig mit einer Kantenlänge von 24 Zentimetern und wiegt knapp neun Kilogramm. Damit sind diese Kisten die Hänflinge unter den Kommunikationssatelliten. Aber sie umkreisen die Erde in niedriger Umlaufbahn dauerhaft im Schwarm, halten Kontakt zueinander und können Datenströme von Knoten zu Knoten per Funk weiterleiten – somit leisten sie etwas, was im Orbit sonst keiner kann.

Forscher um Professor Klaus Brieß am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Berlin haben im Projekt S-Net (S-Band-Netzwerk für kooperierende Satelliten) vier dieser Nanosatelliten von einer Sojus-Rakete ins All tragen lassen und in einem niedrigen Orbit von etwa 580 Kilometer Höhe einen nach dem anderen ausgesetzt. Hier fliegen die vier nun als vernetzter Kleinschwarm hintereinander her, nehmen Daten auf, teilen sie aus und können jeder für sich mit der Bodenstation kommunizieren. Sie bilden damit ein bisher einmaliges Nanosatelliten-Netzwerk und haben in ersten Versuchen bereits bewiesen, dass ein solcher Schwarm ganz unterschiedliche Kommunikationsaufgaben auf der Erde lösen kann.

Kommentieren