c't 9/2019
S. 192
Story
Schach ist matt
Aufmacherbild
Illustration: Albert Hulm, Berlin

Schach ist matt

Es gibt in jeder größeren Stadt die gemütlichen Cafés, in denen sich am Nachmittag die gut gefüllte Kuchentheke in endloser Langsamkeit dreht. Ein Geruch nach frisch gemahlenem Kaffee liegt in der Luft und das Geklapper von Geschirr und Besteck bildet die Ouvertüre für den kommenden Ansturm der Gäste. Meist befindet sich in der Ecke, neben den Rundtischen mit Kaffeegeschirr und geschwungenen Stühlen, auch eine gemütliche Chaiselongue, in der man einsinkt wie in einem Moor. Und dort findet sich oft in Griffweite ein Schachspiel in einer Holzkiste, als Relikt aus der Zeit vorelektronischer Unterhaltung.

Ich hatte mich gerade gesetzt und war beim Rückfedern aus den Tiefen des Sofas wieder aufgetaucht, als ein älterer Mann an meinen Tisch trat. Höflich fragte er mich, ob ich denn bereit wäre, eine Partie Schach mit ihm zu spielen.

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