c't 9/2019
S. 51
News
Audio- und Video-Software

Updates für Adobe After Effects, Premiere Pro und Co.

Adobe verspricht für seine Audio- und Videoprogramme mehr Unterstützung durch künstliche Intelligenz, beispielsweise inhaltsbasiertes Füllen samt Masken-Tracking für After Effects, und kreative Projektplanung für Premiere Pro.

In der Freeform-Ansicht von Premiere Pro lassen sich Clips so anordnen, wie es der kreative Geist wünscht: groß, klein oder gestapelt.

After-Effects-Nutzer können künftig das aus Photoshop bekannte Retuschewerkzeug zum inhaltsbasierten Füllen nutzen. Das Programm verfolgt eine gezeichnete Maske, die das zu retuschierende Objekt umschließt, über den gesamten Video-Clip und füllt die Bildstellen mit Texturen der Umgebung. Der interne Code-Editor „Expression Editor“ hilft beim Zuweisen von Ebenen, indem er die im aktuellen Dokument vorhandenen Ebenennamen in einem Kontextmenü auflistet.

Die Video-Bearbeitung Premiere Pro zeigt Video-Clips in einer Freeform-Ansicht nicht mehr in einem festen Raster aus Zeilen und Spalten. Wichtige Clips zieht man etwas größer, andere stapelt man übereinander.

Der Programm-Monitor unterstützt jetzt Lineale und Hilfslinien, an denen Objekte wie Texttitel und Motion-Graphics einrasten können. Verschiedene Vorlagen bringen Hilfslinien in vorgefertigten Seitenverhältnissen auf den Schirm. Sie verhalten sich ansonsten genauso wie in Photoshop, Illustrator und InDesign. Texte und Grafiken können nun mehrere Außenlinien bekommen. Der Hintergrund einer Grafik lässt sich mit Farbe füllen. Außerdem kann man Grafiken jetzt auch hier als Masken für Video-Clips verwenden, was bisher nur in After Effects möglich war.

Die Audio-Bearbeitung Audition CC unterstützt Punch-and-Roll-Recording, die wiederkehrende Aufnahme weniger Takte in Schleife, um anschließend das beste Take auszuwählen. Adobe Sensei kommt in Audition zum Einsatz, um Hintergrund-Sound bei gesprochenem Kommentar automatisch leiser zu regeln (Ducking). Die künstliche Intelligenz unterscheidet zwischen Musik und Hintergrundgeräuschen, wie sie am Bahnhof oder in einem Café auftreten.

Das Programm Character Animator 2019 haucht gezeichneten Figuren Leben ein, indem es Bewegungen des Gesichts und der Hände von einer Webcam-Aufnahme auf eine Grafik überträgt. In einer visuellen Tag-Palette kann man seiner Grafik nun auf einfache Weise, Augen, Mund, Hände und andere Attribute zuweisen; zuvor mussten die Elemente nach einem genauen Schema benannt sein. Die Beweglichkeit von Gliedmaßen hat Adobe eingeschränkt, damit sich die Gelenke nicht mehr über das anatomisch Mögliche hinaus strecken lassen.

Die genannten Anwendungen sind Bestandteile der Creative Cloud. Ein Komplett-Abo kostet nach wie vor 59,49 Euro im Monat. Die Anwendungen stehen für Windows und macOS ab sofort zur Verfügung. (akr@ct.de)

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