c't 9/2019
S. 48
News
Apple

Windows Defender ATP kommt auf den Mac

Microsoft will seine Sicherheits-Software Windows Defender Advanced Threat Protection (ATP) für macOS anpassen und ändert dafür ihren Namen: Da der Antivirenschutz nun nicht länger allein für Windows ausgelegt sei, habe man das Produkt zu Microsoft Defender ATP umbenannt, meldete Microsoft Ende März.

Aus der Cloud in den Apfel: Microsoft bringt seine Sicherheits-Software Advanced Threat Protection auf den Mac, zentralisierte Konfiguration und Administration inklusive. Bild: Microsoft

Microsoft Defender ATP soll sich für macOS 10.14 Mojave sowie macOS 10.13 High Sierra und macOS 10.12 Sierra eignen und den vollen Funktionsumfang der Windows-10-Version auf den Mac bringen. Dazu gehören auch neue Funktionen wie das frisch angekündigte Threat and Vulnerability Management (TVM).

TVM soll es Sicherheitsteams ermöglichen, Fehlkonfigurationen und Schwachstellen schneller zu erkennen und Gegenmaßnahmen entsprechend der aktuellen Gefahrenlage zu priorisieren. Die Technik gründet auf der zentralisierten Konfiguration und Administration der ATP-Software. In die ATP-Verwaltung eingebundene Macs können erkannte Bedrohungen an Microsofts Portal melden, um weitere Maßnahmen des Konzerns anzustoßen. Microsoft-365-Kunden können nach einer Registrierung eine Vorschauversion der neuen Mac-Fassung beantragen.

Zum Schutz von Macs im Unternehmensumfeld bot Microsoft bislang im Rahmen des Dienstes Microsoft 365 Software von Partnern an. Diese soll nun die hauseigene Sicherheits-Software ersetzen. Man wolle mit Microsoft 365 „jeden Endpoint sichern“, deshalb dürfe nicht länger nur Windows im Mittelpunkt stehen, erklärte Microsoft-Manager Jared Spataro. Microsoft müsse von seinem „Windows-zentrischen Ansatz“ abrücken. (dz@ct.de)

Projekt Titan lebt

Apple hat einen ranghohen Spezialisten für elektrische Antriebe verpflichtet und gibt damit Spekulationen über die Autopläne des iPhone-Konzerns neue Nahrung. Michael Schwekutsch war zuvor Vizepräsident für die Entwicklung von Antrieben und Batteriepacks beim Elektroautobauer Tesla. Wie aus seinem Profil beim Sozial-Netzwerk LinkedIn hervorgeht, arbeitet er jetzt für Apples Gruppe „Spezialprojekte“.

Anfang des Jahres hatte die Firma viele Stellen im Autoprojekt Titan gestrichen, was Beobachter als Beleg dafür werteten, dass es gescheitert sein könnte. Apple lässt sich jedoch kaum über Ziele und Zwischenerfolge des Projekts aus. Gesicherte Erkenntnisse gibt es allenfalls darüber, dass der Konzern zunächst ein eigenes Elektroauto geplant und Prototypen entwickelt hatte. Zuletzt hatte die Firma den Fokus auf die Entwicklung von Systemen zum autonomen Fahren verlegt. (dz@ct.de)

Ersatzteileprogramm für Reparaturbetriebe

Recht auf Reparatur: Apple könnte Dritten ein Türchen öffnen, anstatt alles in der eigenen Hand zu behalten. Bild: Apple

Unabhängige Firmen, die Apple-Geräte reparieren möchten, haben ein Problem: Originalersatzteile gibt der Konzern nur an zertifizierte iPhone- und Mac-Reparateure ab (Apple Service Provider, ASP). Deshalb, aber auch wegen hoher Reparaturkosten, fordern Politiker in den USA und anderen Ländern ein „Right to Repair“, das Recht auf Reparatur.

Nach anfänglichem Widerstand könnte sich Apple nun den Forderungen beugen und ein Projekt dafür ins Leben rufen. Das schließt der IT-Blog Motherboard aus ihm zugespielten internen Unterlagen des Konzerns. Demnach heißt das neue Programm „Apple Genuine Parts Repair“. Apple kommentiert die Interpretation nicht. Es ist daher unklar, ob das Projekt allen Reparaturbetrieben, also auch freien Werkstätten, zugänglich wird. (dz@ct.de)

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