c't 11/2020
S. 26
Titel
Fritzbox: Tk-Anlage erweitern

Quadriga

Raspi, Smartphone, Telefon und Fritzbox zum Mobilfunk-Gateway kombinieren

Größere Fritzboxen lassen sich zu GSM-Gateways und weiter zu ­VoIP-Least-Cost-Routern aufrüsten. So sparen sie Geld und bringen ­Mobilfunksignale auch an unver­sorgte Stellen eines Hauses. Als ­universeller Vermittler macht sich dabei ein Raspberry Pi nützlich.

Von Sebastian Piecha und Dušan Živadinović

Wer viel telefoniert, hat mehrere gute Gründe, Fritzboxen zu Mobilfunk-Gateways aufzurüsten: Man kann das Gateway mit der integrierten Festnetztelefonie zu einem Least-Cost-Router kombinieren, der Gespräche immer auf den günstigsten Weg leitet. Denn viele Telefonie-Flatrates sind lückenhaft, sodass man unversehens draufzahlt, wenn man etwa per Festnetztelefon eine Mobilfunknummer anruft. Wie man Least-Cost-Funktionen aufsetzt, hängt von den jeweiligen Verträgen ab. Die Funktion lässt sich in Fritzboxen mit eingebauter Telefonanlage im Menü „Telefonie/Wahlregeln/Neue Regel“ leicht ­einrichten.

Ein weiterer Grund für ein Mobilfunk-Gateway kann eine in Häusern unzureichende Mobilfunkabdeckung sein. Eigentlich hat die Mobilfunkbranche das Problem gelöst: Es gibt winzige Mobilfunkzellen (Femto-Zellen), die ein Haus oder eine Wohnung abdecken und sich über die Internet-Leitung ins Mobilfunknetz einbuchen. Femto-Zellen haben sich aber nicht durchgesetzt. Alternativ kann man in modernen Smartphones das Wi-Fi-Calling für Voice over LTE (VoLTE) aktivieren, wobei Mobilgespräche per WLAN zum Router und dann wiederum über die Internet-Leitung laufen. Das funktioniert prima, aber die WLAN-Reichweite setzt der Funktion in Gebäuden enge Grenzen (je nach Bausubstanz 10 bis 15 Meter) – wenn man nicht mit einem Mesh-WLAN-System und Repeatern nachhilft.

Kommentare lesen (23 Beiträge)