c't 14/2020
S. 50
Vorsicht, Kunde
Telefon-Flatrate
Vorsicht Kunde

Mitnahmeeffekt

Überraschende Zusatzkosten für Telefonkonferenzen bei 1&1

Durch den Lockdown ist die Nutzung von Telefonkonferenzdiensten stark gestiegen. Zusätzliche Kosten ent­stehen den meisten Nutzern im Homeoffice dank Flatrate dadurch nicht. Es sei denn, sie sind Kunde bei 1&1.

Von Tim Gerber

Daniel F. ist DSL-Kunde bei 1&1. In seinem Tarif enthalten ist eine Telefon-­Flatrate ins deutsche Festnetz. „Mit der 1&1 Telefon-Flat telefonieren Sie unbegrenzt ins deutsche Festnetz – ohne zusätzliche Kosten“, so steht es auf der Webseite des Anbieters. Folglich dachte sich Daniel F. nichts dabei, im April von seinem heimischen Festnetzanschluss aus insgesamt elfeinhalb Stunden lang an beruflichen Telefonkonferenzen teilzunehmen. Schließlich erfolgte die Einwahl dazu stets über Nummern mit einer Ortsnetzkennzahl aus dem deutschen Festnetz, etwa für Hamburg, Berlin oder München. Zusätzliche Kosten sollten ihm für diese Anrufe also nicht entstehen, glaubte er.

Doch Ende Mai belehrte ihn 1&1 via turnusmäßiger Rechnung eines Besseren. Denn die April-Rechnung fiel nun doppelt so hoch aus wie bei Daniel F. üblich. Statt 20 Euro Grundgebühr und ein paar Euro für Anrufe ins Mobilfunknetz wie sonst sollte er nun gut 40 Euro berappen. Die Telefonkonferenzen stellte 1&1 als „kostenpflichtige Servicedienste“ mit immerhin knapp drei Cent pro angefangener Minute in Rechnung, für die elfeinhalb Stunden im April sollte Daniel F. also knapp 20 Euro zusätzlich bezahlen. Genauso viel wie die Grundgebühr für seinen DSL-Anschluss inklusive Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz.

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