c't 2/2020
S. 180
Story
Schlaf schön, Computer
Aufmacherbild
Illustration: Albert Hulm, Berlin

Schlaf schön, Computer

Am 19. Oktober beendete ich zwei Dinge in meiner Garage: die Funktionsfähigkeit eines Atari-400-Heimcomputers und das Leben meines besten Freundes. An diesem Tag unterschied sich der Morgen vom Abend nur durch die Qualität des Lichts. Irgendwann färbte es sich milchig grau, immer älter. Als ich in der Frühe aus dem Bett kroch, stockte Nebel in der Luft und polsterte die Hausecken. Das sah unwirklich aus – so, als hätte jemand Lagen aus Watte in der Gegend ausgelegt. Durch das Tor kehrte der Wind Laub in die Garage und ich hatte nicht die Energie, es wieder hinauszufegen. Drinnen klebte emsige Feuchtigkeit es fest an den Betonboden.

Benni war es dann, der die Blätter wieder abzog, wie Herbst-Sticker, als er mir seinen alten Röhrenbildschirm vorbeibrachte. Sein Haar hatte dieselbe Farbe wie das Laub und war ebenso nass.

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