c't 2/2020
S. 34
aktuell
Gesundheitsdaten, Apple Pay

Bundesdatenschutzbeauftragter verlangt mehr Schutz von Gesundheitsdaten

Ulrich Kelber warnt vor Sicherheitsrisiken in der IT von Krankenhäusern. Bild: Oliver Berg/dpa

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel angekündigt, mehr Fokus auf den Schutz von Gesundheitsdaten zu legen. Zudem sorgen ihn die Angriffe auf Krankenhäuser. Gesundheitseinrichtungen sollten nicht mit abgelaufenen Betriebssystemen oder unsicheren Cloud-Diensten arbeiten, verlangte er.

Im nächsten Jahr bekommt die Bundesdatenschutzbehörde mit Genehmigung des Haushaltsausschusses des Bundestags deutlich mehr Stellen. Mit den 67 neuen Mitarbeitern sollen auch die Referate gestärkt werden, die sich schwerpunktmäßig mit Gesundheits- und Telematik-Anwendungen beschäftigen. Kelber hatte zuvor bereits mehrfach etwa vor Abstrichen an der elektronischen Patientenakte (ePA) wegen der beschleunigten Einführung gewarnt. Zum geplanten Start 2021 müsse es möglich sein, dass auch nur einzelne Bestandteile für Ärzte freigegeben werden – anders als es in der momentanen Version vorgesehen ist.

Bei Gesundheits-Apps sieht Kelber derzeit ein hohes Risiko, dass persönliche Daten bei Unternehmen und Werbetreibenden landen. Das hatte etwa der Fall der vormals von der Techniker Krankenkasse empfohlenen Gesundheits-App Ada gezeigt. Erst nach Recherchen des Sicherheitsexperten Mike Kuketz und der c’t-Redaktion über Datenschutzmängel besserte die Ada Health GmbH nach.

Gesundheitsdaten von Bürgern müssen laut Kelber „unbedingt geschützt bleiben“, es brauche ausreichend Sicherheitsmaßnahmen, sagte er in Bezug auf das geplante Digitale-Versorgung-Gesetz. Das Widerspruchsrecht bei der Weitergabe von Patientendaten zu Forschungszwecken müsse noch „klarer geregelt werden“. Froh sei Kelber, dass das Parlament die Pseudonymisierung der Daten nun schon vor der Versendung an den Spitzenverband der Krankenkassen verlangt. (hob@ct.de)

Apple Pay bei Sparkassen

Sparkassen-Kunden können mit der Apple Watch bezahlen. Die Android-App der Sparkassen unterstützt aber keine Smartwatches.

Die Sparkassen bieten mobiles Bezahlen mit Apple Pay an. 50 Millionen Kunden von 371 der 379 Institute können ihre Kreditkarten im Wallet hinterlegen. Als weitere Kreditinstitute kommen Commerzbank, Norisbank und LBBW hinzu. 2020 soll auch die Girocard („EC-Karte“) in Apple Pay eingebunden werden, so Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey.

Ursprünglich wollten die Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls 2019 mit Apple Pay starten, sie haben den Termin aber auf 2020 verschoben. Der Bundestagsbeschluss, wonach Apple seine NFC-Schnittstelle fortan auch dritten Diensten zur Verfügung stellen muss (siehe c’t 1/2020, S. 30), spielte bei der Entscheidung aber keine Rolle. (mon@ct.de)

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