c't 2/2020
S. 44
aktuell
Sensoren

3D-Sensor mit Scharfblick

Fortschritt für das räumliche Sehen von Smartphones, Autos und Maschinen: Ein neuer Infrarotsensor arbeitet außerhalb des üblichen Wellenlängenbereichs und strahlt daher viel intensiver – das kommt der Präzision zugute.

3D-Sensor mit Scharfblick

Artilux stellt auf der CES-Messe 2020 in Las Vegas den „weltweit ersten breitbandigen 3D-Sensor“ auf Germanium-on-Silicon-Basis vor, der den kompletten Wellenlängenbereich von 850 bis 1550 Nanometern (nm) abdecken kann. Gängige IR-3D-Sensoren nutzen entweder 850 nm oder 940 nm – beides sind Wellenlängen, die das Auge leichter schädigen können, weshalb deren Strahlungsleistung bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf. Das wiederum schränkt bisher die maschinelle Sehkraft ein.

Wenn man jedoch den Bereich von 1200 bis 1400 nm verwendet, kann die Leistung des IR-Lasers ohne negative Folgen mindestens zehnmal höher sein als bei Verwendung der 940-nm-Wellenlänge. So erhält ein passendes Kamerasystem weit bessere Daten für die 3D-Bildgebung, ohne dabei die Sicherheit zu beeinträchtigen. Entsprechend kann man Gegenstände in größeren Distanzen anvisieren als bisher, die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht ist geringer und der Mindestabstand des Lasers zum Auge schrumpft.

Bei 940 nm muss der Abstand zum Auge je nach IEC-Vorschrift 4 bis 8 Zentimeter oder 3 bis 4 Zentimeter betragen (IEC 60825-1:2007, 60825-1:2014). Setzt man 1350 nm ein, schrumpft der Gefahrenbereich, sodass ein Abstand von 6 bis 9 Millimetern genügt.

Auf der CES führt Artilux eine RGB-D-Kamera für Logistikanwendungen und maschinelles Sehen sowie ein 3D-Kamerasystem vor. Der zusammen mit TSMC entwickelte Sensor soll im ersten Quartal 2020 in Serienproduktion gehen und eignet sich zudem auch für den Einsatz in mobilen Geräten und Autos (LiDAR). (dz@ct.de)

Gas- und Lebensmittel-Detektor

Pyreos hat in die TO-39-Gehäuse Absorptionsspektrometerchen zum Detektieren von allerlei Gasen eingebaut.

Pyreos hat sein Angebot an Miniatur-Absorptionsspektrometern erweitert und bietet nun Vierkanal-Detektoren auf pyroelektrischer Basis in TO-39-Gehäusen mit einer Filterblende von 1,5 × 1,5 Millimetern an. Mit den nichtdispersiven Sensoren (NDIR) der Reihe Py-ITV-Quad-TO39 lassen sich je nach Absorptionsfilter verschiedene Gase und Aerosole wie Alkoholdämpfe, einige Lebensmittel, Kältemittel und Feuer detektieren. Sie erkennen auch Kohlenmonoxid und diverse gasförmige Kohlenwasserstoffe.

So kann man die Sensoren beispielsweise in der Anästhesie oder für die Abgasmessung verwenden; laut Hersteller sind sie sofort nach Anlegen der Betriebsspannung aktiv und für Betriebstemperaturen zwischen -40 °C und 85 °C ausgelegt.

Pyreos hat bisher Filter für rund 30 Stoffe entwickelt, weitere seien in Arbeit. Auf Wunsch könne Pyreos auch kundenspezifische Filter entwickeln. (dz@ct.de)

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