c't 20/2020
S. 76
Titel
Videokonferenzen: Webcams
Bild: Andreas Martini

Bin ich gut zu sehen?

Neun Webcams fürs Webmeeting aus dem Homeoffice

Die in Notebooks eingebauten ­Kameras setzen ihre Nutzer nicht ­besonders vorteilhaft in Szene. Wer in der Videoschalte mit Kollegen und Kunden gut rüberkommen möchte, sollte zur externen Webcam greifen.

Von Ulrike Kuhlmann

Bezahlbare Webcams fürs Home­office wurden mit Beginn des Lockdowns Ende März extrem knapp – „ausverkauft“, hieß es bei den meisten Händlern. Inzwischen werden wieder Kameras angeboten, vor allem von chinesischen Herstellern. Beim Design orientieren sie sich meist an den etablierten Marken. Ob die Chinaware hält, was ihr Äußeres verspricht, haben wir in einem Test untersucht.

Die Marktführer Logitech und Microsoft konnten lange keine ausreichenden Stückzahlen liefern. Inzwischen findet man wieder Angebote und auch die Preise sind etwas gefallen. So kostete beispielsweise Logitechs C920 zwischenzeitlich locker das Doppelte des vom Hersteller empfohlenen Preises. Aktuell bekommt man sie wieder für 110 Euro, vor Corona gab es die C920 schon ab 60 Euro.

Installation

Gerade wer häufiger zwischen Büro und Homeoffice wechselt, braucht eine möglichst einfache, stabile Befestigung der Webcam. Falls Sie einen Monitor nutzen, können Sie die Kamera oben draufklemmen. Die Webcams besitzen dafür Halterungen mit Klapp-, Neige- und Drehgelenken. Hier offenbarte der Test erste Unterschiede: Die günstigen Webcams ähneln zwar ihren Vorbildern von Logitech, doch es fehlt ihnen das entscheidende dritte Klappgelenk, um sie sicher auf dem Monitor zu befestigen. Auf dünnen Notebooks bewahrte einige Webcams nur die Schwerkraft vor dem Einknicken. Die Webcam von Microsoft hält ein biegsamer Silikon­streifen auf schlanken Monitorrahmen und dünnen Notebooks.

Da man Webcams möglichst auf ­Augenhöhe oder ein wenig darüber be­festigen sollte, greifen Sie am Notebook besser zu einem Kamerastativ. Viele Webcams besitzen ein passendes Gewinde im Fuß – wir haben das in der Tabelle vermerkt. Auf ihrem Fuß steht übrigens jede hier getestete Webcam von allein. Allerdings steht die Kamera direkt auf dem Schreibtisch zu tief, Sie schauen dann ungünstig auf Ihre Gesprächspartner herab.

Nachdem Sie die Webcam montiert und per USB verbunden haben, müssen Sie unter Windows nichts weiter tun: Alle Kameras im Test richteten sich per Plug & Play ein und waren in weniger als einer Minute einsatzbereit. Alle getesteten Kameras funktionieren prinzipiell auch unter macOS und Linux; getestet haben wir unter Ubuntu und mit Microsofts Videoprogramm Teams.

Der preiswerten Webcam (Mitte) fehlt das dritte Klappgelenk der Logitech-­Kameras (links); sie sitzt deshalb nicht so fest auf dem Monitor oder Notebook. Microsoft nutzt einen flexiblen Silikon­streifen zur Befestigung (rechts).

Erfassungsbereich

Das von der Kamera erfasste Sichtfeld, das sogenannte Field-of-View (FoV), sollte für Webmeetings aus dem Homeoffice nicht zu groß sein, denn sonst sehen die Kollegen vor allem das heimische Arbeitszimmer und Sie selbst verschwinden in dieser Kulisse. Rücken Sie die Kamera stattdessen zu nah heran, besteht die Gefahr ungünstiger Verzerrungen. Ist der Erfassungswinkel zu klein, klebt Ihr Gesicht quasi mit der Nase am Schirm des Gegenübers – was dieser eher unangenehm finden dürfte.

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