c't 3/2020
S. 172
Tipps & Tricks
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Sie fragen – wir antworten!

Google-Assistant-Taste abschalten

#£Ich habe ein Android-Smartphone von Nokia. Am linken Rand befindet sich die Google-Assistant-Taste. Beim Aufnehmen und Benutzen des Telefons komme ich jedoch oft unabsichtlich daran, sodass der Sprachassistent startet. Wie kann ich das verhindern?

¢Sie können die Taste am leichtesten über die Android-Systemeinstellungen unter dem Punkt „System/Bewegungen/Taste für Google Assistent“ abschalten. Den Sprachassistenten können Sie weiterhin über das Mikrofon-Symbol im Google-Suchfeld oder bei entsperrtem Smartphone per Sprachbefehl wie „Hey Google“ aufrufen. (chh@ct.de)

Telegram versteckt alte Nachrichten

#£Ich habe eine Supergruppe in Telegram so konfiguriert, dass alte Nachrichten für neue Mitglieder sichtbar sind. Trotzdem können neue Mitglieder manche Nachrichten nicht sehen. Woran liegt das?

¢Die Einstellung „Chatverlauf für neue Mitglieder: Sichtbar“ gilt erst ab dem Zeitpunkt, an dem der Gruppenadmin das Feature aktiviert. Auch wenn die Beschreibung anderes vermuten lässt, sind alle Nachrichten vor dem Aktivieren des Features für neue Mitglieder unsichtbar.

Ab dem Zeitpunkt, an dem man das Feature aktiviert, sind alle neuen Nachrichten für alle Mitglieder sichtbar – auch wenn neue Nutzer erst viel später der Gruppe beitreten.

Leitet man alte Nachrichten nach dem Aktivieren an die Gruppe weiter, gelten die Kopien als neu und sind für alle sichtbar. Diese Nachrichten lassen sich im Gegensatz zu den alten Nachrichten dann auch anpinnen.

Wer eine für alle Mitglieder vollständig lesbare Supergruppe erstellen möchte, muss bei Telegram direkt nach dem Erstellen der Gruppe den Chatverlauf für alle sichtbar schalten und darf erst danach die erste Nachricht schreiben. Diese und alle folgenden Nachrichten sind dann auch für alle Mitglieder sichtbar, egal wann sie der Gruppe beitreten. (pmk@ct.de)

Telegram-Nutzer müssen darauf achten, wann sie den Chatverlauf einer Gruppe für neue Mitglieder sichtbar schalten. Nachrichten vor dem Aktivieren des Features bleiben versteckt.

Mails als Anhang weiterleiten

#£Manchmal ist eine von Kollegen weitergeleitete E-Mail kaputt. Sonderzeichen werden nicht richtig dargestellt und durch die Einrückungen kann man den Text sehr schlecht lesen. Lässt sich so etwas nicht vermeiden?

¢Diese Probleme entstehen meist, wenn man eine Mail „inline“ weiterleitet. Dies ist bei den meisten Mailprogrammen der Standard. Dabei wird der komplette Mailinhalt inklusive der Header in eine neue Mail übernommen. Auf diese Weise können die Mailprogramme schon mal mit den verwendeten Zeichensätzen durcheinanderkommen und produzieren Zeichensalat.

In vielen Fällen ist es zweckmäßiger, Mails als Anhang weiterzuleiten – das gilt zum Beispiel, wenn man eine fehlgeleitete Mail an einen anderen Kollegen weiterleitet. Dabei vermeidet man auch „Fw: Fw: Fw“-Kaskaden im Betreff. Wo sich die Funktion zum Weiterleiten als Anhang befindet, unterscheidet sich von Mailprogramm zu Mailprogramm. Bei Thunderbird findet sie sich zum Beispiel im Kontextmenü unter „Weiterleiten als Anhang“, bei Outlook findet sich der Punkt nach der Auswahl der Mail im Bereich Antworten unter „Weitere“ und dort dann „als Anlage weiterleiten“.

Ein Mail-Client öffnet eine als Anhang weitergeleitete Mail wie eine Nachricht, die er direkt abgerufen hat. Dabei handelt es sich um genau die Mail, die der Weiterleitende empfangen hat. Beim Zwischenschritt sind also lesefreundlich kein „Fw“ beim Betreff und keine Einrückungen hinzugekommen. Auch haben wir bei als Anhang weitergeleiteten Mails wesentlich weniger Probleme mit der Kodierung beobachtet. Jetzt müssen Sie das Weiterleiten als Anhang nur noch in Ihrem Unternehmen bekannt machen. (jo@ct.de)

Altes Windows aus VHD booten

#£Weil ich alte Spezialhardware verwende, die nur mit XP funktioniert, muss ich weiterhin einen PC dafür vorhalten. Nun ist mir Ihr Skript c’t-Win2VHD aufgefallen, mit dem man Windows in eine VHD-Datei installieren kann. Aus der kann es anschließend booten und anders als bei einer Installation in einer virtuellen Maschine (VM) auf die gesamte physische Hardware zugreifen. Daher würde ich gern mit dem Skript ein Zweit-Windows wie in c’t 2/2017 beschrieben einrichten. Das sollte mit XP ja klappen, oder? Immerhin liegt doch in einer Hyper-V-VM XP als Gastsystem ebenfalls auf einer VHD-Datei.

¢Leider nein. Hyper-V stellt (ebenso wie VirtualBox und VMware Workstation) einen kompletten virtuellen Rechner so bereit, dass ein Gastsystem im Prinzip gar nicht bemerkt, dass es in einer virtuellen Maschine läuft. Es muss also keine speziellen Voraussetzungen erfüllen, um in einer VM laufen zu können. Insbesondere braucht es sich nicht dafür zu interessieren, dass es nicht auf einem physischen Datenträger, sondern in einer virtuellen Festplattendatei installiert ist – um die Umleitung der Zugriffe kümmert sich Hyper-V.

Anders beim VHD-Boot: Hier muss sich das in der VHD installierte Betriebssystem selbst um die Umleitung der Zugriffe kümmern. Das erledigt seit Windows 7 ein virtueller SCSI-Miniport-Treiber (vhddisk.sys). Den lädt bereits der Bootloader während des Startvorgangs. Der Treiber bindet anschließend die VHD-Datei ein und leitet alle Zugriffe darauf um. Das beherrscht Windows aber erst seit Version 7. Alle Vorgänger wie Vista und XP können also zwar problemlos in einer VM laufen, aber leider nicht als VHD-Installation. (axv@ct.de)

Seltsame Spotify-Playlist-Sortierung

#£Ich nutze Spotify und habe mir zur Umgehung des 10.000-Song-Limits sehr viele Playlists gebastelt. In der Bibliothek in meiner Android-App erscheinen sie aber nicht alphabetisch, sondern danach sortiert, was ich zuletzt abgespielt habe. So finde ich die gewünschte Playlist nur schwer. Gibt es Abhilfe?

¢Tatsächlich ist die Option „zuletzt gespielt“ in der Spotify-App voreingestellt. Das können Sie ändern, indem Sie nach Klick auf den Reiter „Bibliothek“ weiter oben auf den Menüpunkt „Playlists“ tippen. Auf der erscheinenden Liste wischen Sie dann von oben nach unten. Dann erscheint die normalerweise nicht sichtbare Suchmaske, mit der Sie nach einzelnen Inhalten suchen können – das funktioniert übrigens auch in den Menüpunkten „Künstler“ und „Alben“. Über „Filter“ können Sie dann die Sortierung ändern, etwa nach dem Alphabet oder nach der Reihenfolge, in der Sie Musik hinzugefügt haben. (mil@ct.de)

Der Filter-Dialog bestimmt die Anzeigereihenfolge von Playlists und anderen Inhalten in der Spotify-App.

Wireguard nach Umzug defekt

#£Ich habe meine Wireguard-Konfiguration von meinem Raspi auf meinen Server umgezogen. Auf dem Raspi lief immer alles einwandfrei. Nun klappen die DNS-Auflösung und der Aufruf von Websites nicht mehr. Die DNS-Einstellungen auf den Clients sind aber korrekt.

¢Möglicherweise haben Sie die Iptables-Regeln der Konfiguration nicht angepasst. Raspbian verwendet nicht das mittlerweile weitverbreitete Consistent Network Device Naming mit Gerätenamen wie enp3s0, sondern die alte Benennung mit Gerätenamen wie eth0. Damit das für Wireguard nötige Durchleiten von Paketen zum lokalen Netz klappt, müssen Sie den korrekten Gerätenamen bei den Iptables-Befehlen in der Konfigurationsdatei des Wireguard-Interface eintragen. (mls@ct.de)

Location-Berechtigung für Kopfhörer?

#£Die Apps vieler Bluetooth-Geräte fordern sowohl auf meinem Android- als auch meinem iOS-Smartphone die Berechtigung an, meinen GPS-Standort zu erfahren – Kopfhörer, Lautsprecher, Schlüsselfinder, Staubsauger. Wieso wollen diese ganzen Hersteller wissen, wo ich bin und wie schalte ich das ab?

¢Die Apps wollen gar nicht unbedingt den per GPS ermittelten Standort an den Hersteller senden, sondern diese Abfrage ist eine Nebenwirkung der Bluetooth-Kommunikation zwischen Smartphone und Gadget.

Die Apps wollen es dem Anwender hier nur einfach machen, indem sie die Bluetooth-Kopplung automatisch durchführen. Dazu fragen sie Android oder iOS nach einer Liste aller Bluetooth-Geräte der Umgebung – auf den ersten Blick eine harmlose Abfrage. Doch diese Liste enthält unter Umständen Bluetooth-Funker mit fester Position, vor allem die von einigen Ladengeschäften genutzten Bluetooth-Beacons. Anhand von öffentlichen Datenbanken lassen sich diese IDs festen Ortskoordinaten zuordnen – ähnlich wie das auch bei WLAN-Routern und Mobilfunktürmen geht. Möglicherweise enthalten diese Datenbanken sogar schon Standorte des einen oder anderen Smart-TV oder PCs mit Bluetooth.

Somit haben sich Apple und Google entschieden, diese Liste nur an Apps herauszurücken, denen der Nutzer die Erlaubnis gegeben hat, eine Standortbestimmung vorzunehmen. Eine Differenzierung danach, ob die App das per GPS/Satellit, WLAN, Mobilfunk oder Bluetooth zu tun gedenkt – oder ob sie diese Daten überhaupt nach Ortungsaspekten auswertet und irgendwohin schickt –, nehmen Android und iOS nicht vor. Hier leiden die gutmütigen Apps der Bluetooth-Hersteller also darunter, dass böswillige Apps trotz verweigerter Standortbestimmungsberechtigung versuchen, den Nutzer über den Bluetooth-Trick zu orten. Android verhält sich so seit Version 6 und hat das mit Version 9 verschärft. Apple führte die Restriktionen mit iOS 8 ein und verschärfte sie mit iOS 13.

Eine sicher funktionierende Abhilfe gibt es nicht. Wenn Sie dem Hersteller trauen, können Sie der App die scheinbare Standortbestimmung einfach erlauben. Falls nicht, ist es einen Versuch wert, zuerst die Bluetooth-Kopplung über die normalen Systemdialoge durchzuführen, bevor Sie die App aufrufen. Die eine oder andere modernere App mag dann auf den Bluetooth-Scan verzichten und somit die Berechtigung nicht anfordern. (jow@ct.de)

HD-Voice im Festnetz

#£In letzter Zeit erhielt ich Anrufe von Smartphones auf meinem Festnetzanschluss, die sehr gut klangen. Ich habe anschließend in den Push-Mitteilungen der Fritzbox nachgesehen und bestätigt bekommen, die Verbindung lief mit dem HD-Codec G.722. Bisher wurde doch bei Anrufen vom Smartphone von LTE umgeschaltet auf GSM (wo ja kein HD möglich ist) oder UMTS. Wäre bei UMTS HD möglich oder können solche HD-Verbindungen nur mit VoLTE erfolgen?

¢Grundsätzlich sind HD-Verbindungen möglich, wenn alle Komponenten auf der Strecke HD-tauglich sind, also die Endgeräte und alle beteiligten Vermittlungsstellen das beherrschen. Lange Zeit funktionierte in den GSM-Netzen kein HD-Voice, das hat sich aber inzwischen geändert. Bei Vodafone und Telekom ist das GSM-Netz flächendeckend HD-Voice-tauglich, bei O2 zumindest teilweise. Die HD-Voice-Technik (AMR-WB) ist im Mobilfunk standardisiert und wird von vielen Endgeräten unterstützt.

Allerdings arbeitet HD-Voice im Festnetz und im Mobilfunknetz nach verschiedenen Standards. Im Festnetz wird der Codec G.722 eingesetzt, im Mobilfunknetz G.722.2. Trotz der auf den ersten Blick ähnlichen Bezeichnung handelt es sich um vollständig unterschiedliche Verfahren. Im Festnetz kommt ein einfacher Codec zur Anwendung, bei G.722.2 handelt es sich hingegen um ein aufwendiges Kompressionsverfahren.

Grundsätzlich sind HD-Telefonate zwischen Festnetz und Mobilfunk möglich, allerdings müssen die Netzbetreiber dazu ein Gateway einsetzen, um zwischen den Codecs umzusetzen. Mit dem derzeit in Entwicklung befindlichen Enhanced Voice Service (EVS) wird HD-Telefonie in den Mobilfunknetzen technisch und qualitativ nochmals erheblich verbessert werden, vergleichbare Entwicklungen für Festnetztelefonie sind mir nicht bekannt. (uma@ct.de)

In täglichen Status-E-Mails über den Push-Service teilt die Fritzbox detaillierte Informationen zu den Telefonaten und dem verwendeten Codec mit.

Gesundheitsrisiken von 5G

#£Ich war der Meinung dass durch das Bürgerbegehren (siehe ct.de/y2v9) eine erneute Beurteilung der möglichen Gesundheitsrisiken von 5G nötig wäre, bevor der Ausbau weitergeht. Nun lese ich hier immer wieder Meldungen über den Fortschritt des Ausbaus. Können Sie mir sagen, was der aktuelle Stand der Dinge ist?

¢Eine Petition ist für den Gesetzgeber grundsätzlich nicht bindend, sondern nur eine Aufforderung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Also wird auch der Ausbau wie geplant weitergehen, solange Gesetze oder Verordnungen nicht geändert werden. Und danach sieht es im Moment überhaupt nicht aus.

Aktuell bauen die Netzbetreiber ihre Netze im 3,5-GHz-Bereich aus. Allerdings sind derzeit noch kaum Basisstationen in Betrieb. Durch die geplante höhere Dichte der Stationen, die dadurch geringere zu überbrückende Entfernung und die gezielte Distribution des Signals (Beamforming) sinkt die benötigte Sendeleistung gegenüber der jetzigen Struktur, sodass die Belastung insgesamt sogar eher geringer ausfallen könnte.

Tatsächlich kritisch zu bewerten ist hingegen die Nutzung von Frequenzen im mmWave-Bereich; hier besteht noch Forschungsbedarf, weil hier wenige Erfahrungswerte und Untersuchungen vorliegen und sich Funkwellen mit derart hoher Frequenz in ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper ganz anders verhalten als die bislang eingesetzten.

Für diese Frequenzen des Frequency Range 2 (FR2, mmWave) gibt es allerdings bislang weder Geräte noch Frequenzzuweisungen; ins Auge gefasst hat man in Europa einen Bereich bei 26,5 GHz. Es wird noch viele Jahre dauern, bevor eine Nutzung erfolgen kann.

Unklar sind auch die Nutzungsszenarien für mmWave. Möglicherweise werden solche Frequenzen nur im Downstream verwendet, wo man die Einhaltung von Grenzwerten viel leichter gewährleisten könnte als in der Upstream-Nutzung. (uma@ct.de)