c't 3/2020
S. 146
Praxis
RISC-V-Mikrocontroller programmieren
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RISC-V mal praktisch

Erste Schritte mit dem RISC-V-Mikrocontroller-Board Sipeed Longan Nano

12 Euro kostet der Einstieg in die offengelegte RISC-V-Technik. Wir haben Programmierbeispiele für das RISC-V-Board Longan Nano mit PlatformIO unter Windows 10 ausprobiert – und dabei einige Hürden genommen.

Die Befehlssatzarchitektur RISC-V verspricht offene Chip-Designs ohne Hintertüren. Bisher gibt es aber noch wenige RISC-V-Prozessoren, mit denen man die brandneue Technik ausprobieren kann. Ein erster RISC-V-Chip ist der 32-Bit-Mikrocontroller GD32V des chinesischen Herstellers Gigadevice. Diesen Chip lötet die Firma Sipeed aus Shenzhen auf das Bastlerboard Longan Nano, das es für 12 Euro in Deutschland zu kaufen gibt oder für 5 US-Dollar in China. Der Clou dabei: Das Platinchen im daumenlangen Arduino-Nano-Format bringt ein kleines, per Folienkabel angeschlossenes LC-Display mit. Es zeigt auf 160 × 80 farbigen Pixeln auch Text und Bilder an, mit einem Trick auch Bilderfolgen als Videos. Der Longan Nano liest solche Daten von einer MicroSD-Karte, für die er auf der Rückseite eine Steckfassung hat. Außerdem liegen dem Longan Nano ein simples Plastikgehäuse bei sowie zwei Stiftleisten, die man bei Bedarf selbst einlöten muss.

Auf dem Longan Nano sitzt die GD32V-Variante GD32VF103C8 mit 20 KByte SRAM und 64 KByte Flash-Speicher. Sein RV32IMAC-Prozessorkern [1] taktet mit bis zu 108 MHz, stammt von der chinesischen Firma Nuclei Systems und ist unter dem Namen „Bumblebee“ dokumentiert. Zusätzlich zu USB-C hat das Longan Nano 34 Anschlüsse, die sich außer als GPIO-Pins etwa auch als analoge Ein- und Ausgänge, Timer sowie Schnittstellen wie SPI, I2C, UART und CAN-Bus nutzen lassen. Die GPIO-Pins vertragen höchstens 3,6 Volt.

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