c't 3/2020
S. 90
Test & Beratung
Mittelklasse-Grafikkarten
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Im Mittel: Klasse statt Masse

Sechs Mittelklasse-Grafikkarten für Spieler

Ab 170 Euro buhlen Radeon RX 5500 XT und GeForce GTX 1650 Super mit aktueller Technik um die Gunst von Full-HD-Gamern. Drei Grafikkarten jeder Reihe mussten im Test beweisen, was sie können.

In der Klasse um 200 Euro gibt es nun auch von AMD aktuelle, auf Spiele optimierte Navi-Technik in Form der Radeon RX 5500 XT. Von Gigabyte, MSI und Sapphire treten die Radeon-Interpretationen gegen Nvidias kürzlich erschienene GeForce GTX 1650 Super von Asus, Gigabyte und MSI an. Die sechs Grafikkarten decken eine Preisspanne von 170 bis 250 Euro ab.

Aktuelle Grafikkarten mit Chips aus Nvidias Turing- und AMDs Navi-Generation bieten nicht nur ausreichend Leistung für das Zocken in Full-HD-Auflösung mit hoher Detailstufe. Sie schlucken im Leerlauf weniger als 10 Watt, mit drei angeschlossenen Bildschirmen steigt dieser Wert auf knapp über 20 Watt. Für volle 3D-Last benötigt die GeForce GTX 1650 Super einen sechspoligen Anschluss vom Netzteil, die Radeon RX 5500 XT ist etwas stromdurstiger und will über acht Leitungen versorgt werden. In beiden Modellreihen gibt es dank leistungsfähiger Kühllösungen flüsterleise Modelle, die selbst unter Volldampf aus dem geschlossenen Gehäuse nicht herauszuhören sind.

Je nach Anschlussleiste binden Radeon RX 5500XT und GeForce GTX 1650 Super zwei bis vier hochauflösende Bildschirme über HDMI 2.0b und DisplayPort 1.4 an. Letzterer unterstützt dabei dank Dynamic Stream Compression 1.2 (DSC) sogar die kommenden 8K-Displays mit 60 Hertz und alternativ auch UHD-Monitore mit 120 oder 144 Hertz. Der bei manchen Karten vorhandene DVI-Ausgang arbeitet rein digital und schafft maximal 2560 × 1600 Pixel mit 60 Hertz.

Video: Nachgehakt

Modern und sparsam

Turing- und Navi-Grafikchips können den Prozessor entlasten, wenn der Rechner Videos in modernen, platzsparenden, aber auch rechenaufwendigen Formaten abspielt oder aufnimmt. Darunter sind H.264, H.265/HEVC und VP9 bis zur 8K-Auflösung. Beim Encoding setzen GeForce wie Radeon dagegen nur auf die Codecs H.264 und H.265. Die sind speziell für Streamer, aber auch für Nutzer von Videokonferenzen und Ähnlichem interessant. Denn auch für das rechenintensive Encoding tragen die Grafikchips separate Schaltkreise, sodass die Videofunktionen die Leistung der 3D-Grafik und des Prozessors kaum beeinträchtigen.

Bei der Spieleleistung in Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln hat AMDs Radeon RX 5500 XT mit 8 GByte etwas mehr (Speicher-)Reserven als Nvidias GeForce GTX 1650 Super, ist aber auch deutlich teurer.

Manche Streaming-Dienste wie etwa Netflix setzen zudem auch die in den Grafikchips integrierten Schaltkreise für das Digital Rights Management voraus, um ihre Inhalte in hoher Auflösung oder Hochkontrastdarstellung auszuliefern.

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