c't 5/2020
S. 160
Wissen
Amateurfunk

Per Anhalter ins Weltall

Satellit für weltweite Amateurfunkverbindungen

Seit einem Jahr können Funkama­teure in Europa und Afrika sowie in Teilen Südamerikas und Asiens den ersten geostationären Amateurfunksatelliten nutzen. Das Geld für den Satelliten stammt überwiegend aus Katar, das Know-how aus Deutschland.

Von Urs Mansmann

Die geostationäre Umlaufbahn ist bei Satellitenbetreibern sehr beliebt. Die am Himmel für einen Betrachter auf der Erde feststehenden Satelliten stehen dicht an dicht, dort drängen sich Kommunikations-, Beobachtungs- und Fernsehsatelliten. Seit einem Jahr ist auch der Amateurfunksatellit QO-100 (Qatar-Oscar 100) dabei, der Funkamateuren weltweite Verbindungen mit wenig Aufwand ermöglicht.

Amateurfunksatelliten haben eine lange Tradition. 1961 startete der erste „Oscar“ (Orbital Satellite Carrying Amateur Radio) an Bord einer amerikanischen Rakete. Er war der erste privat gebaute Satellit und die erste Beiladung zu einer Primärnutzlast. Er morste gerade einmal sechs Wochen lang die Buchstaben „HI“ aus einer niedrigen Umlaufbahn zur Erde, bevor er plangemäß verglühte. In den folgenden Jahrzehnten starteten Funkamateure zahlreiche weitere Satelliten, die immer leistungsfähiger wurden und in immer höheren Umlaufbahnen immer weitere Distanzen überbrückten. Neben Großsystemen wurden auch zahlreiche experimentelle Klein- und Kleinstsatelliten ausgesetzt, die sich beispielsweise nur per Datenfunk ansprechen ließen oder nur einen einzigen Funkkanal boten (Liste siehe ct.de/y7ss)

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