c't 6/2020
S. 158
Praxis
Windows 7 in Hyper-V
Illustration: Rudolf A. Blaha

7 in 10

Windows 7 in Hyper-V unter Windows 10 weiternutzen

Sie gehen nach dem Support-Ende von Windows 7 zwar nur noch mit Windows 10 ins Internet, wollen oder können auf den Oldie aber ­trotzdem nicht ganz verzichten? Dann be­treiben Sie Ihre alte ­Installation doch einfach in einer ­virtuellen ­Maschine weiter.

Von Axel Vahldiek

Eine virtuelle Maschine (VM) bildet einen kompletten PC in Software nach, und das können Sie ausnutzen, um Ihre gewohnte Windows-7-Installation in einer Hyper-V-VM als Gast unter dem Wirtssystem Windows 10 laufen zu lassen. Anschließend können Sie gleichzeitig auf das alte und das neue Windows zugreifen und Daten zwischen beiden austauschen, ohne wie bei einer Parallelinstallation zum Wechsel zwischen den Betriebssystemen immer erst neu booten zu müssen. Was dafür nötig ist, besitzen Sie bereits, sofern Sie eine 64-Bit-Variante von Windows 10 Pro, Enterprise oder Education nutzen, denn bei denen ist mit Hyper-V eine Software zum Erzeugen und Betreiben von VMs dabei (falls Sie keine besitzen: Tipps zum Geld sparen beim Windows-Kauf liefert die Titelgeschichte in c’t 5/2020).

Damit Sie sich keine falschen Vorstellungen machen: Ihre Windows-7-Installation muss noch lauffähig sein. Etwaige Schäden behebt der Umzug nicht. Falls die alte Installation also im Laufe der Jahre bereits so weit kaputtgespielt wurde, dass es schon auf der echten Hardware kaum noch läuft, wird sie in der VM sehr wahrscheinlich noch schlechter laufen. Zudem ist der Umzug Ihrer Windows-7-Installation in vielen, aber nicht in allen Situationen sinnvoll. So hilft er Ihnen dann nicht weiter, wenn Sie Windows 7 lediglich wegen älterer Hardware weiterbetreiben wollen, die unter Windows 10 nicht läuft. Die lässt sich auch aus der VM heraus nicht ansprechen. Probleme können zudem auftreten, sobald kopiergeschützte Software im Spiel ist: Beim Umzug entsteht eine Kopie Ihrer Installation, und kopiergeschützte Software wird in dieser Kopie womöglich nicht ­laufen – das ist ja der Sinn solcher „Schutz“-Maßnahmen. Mitunter klappt es aber trotzdem, sodass letztlich nur Ausprobieren hilft. Beim Windows-eigenen Kopierschutz, der Aktivierung, beispielsweise reicht es aus, nach dem Umzug einfach erneut zu aktivieren, was telefonisch klappt.

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