c't 7/2020
S. 154
Praxis
Microsoft-Konto

Nein, danke!

So umgehen Sie die Nötigung zum Microsoft-Konto bei Windows 10

Seit Ende Februar versucht Microsoft, die Nutzer der Home-Editionen von Windows 10 zu zwingen, während der Installation ein Microsoft-Konto einzurichten. Doch es geht weiterhin auch ohne.

Von Günter Born und Axel Vahldiek

Sich mit einem Online-Konto an ein Betriebssystem, eine Anwendung oder einen Dienst anzumelden, kann Vorteile haben. Es bedeutet aber auch, dass der Dienst den Anwender beim nächsten Besuch wiedererkennen und vieles über ihn lernen kann, und solche Daten gelten als moderne Währung. Doch ob Anwender das zu akzeptieren bereit sind, unterscheidet sich von Fall zu Fall: Während Heerscharen von Anwendern ohne mit der Wimper zu zucken beispielsweise Google-Konten für ihre Android-Geräte und Facebook-Konten zum Anmelden an Online-Dienste nutzen, kommt es für viele trotzdem nicht infrage, sich bei Windows mit einem Microsoft-Konto anzumelden. Das dürfte in Redmond für Frust sorgen: Während sich die Konkurrenz am Datenkuchen mästet, hockt Microsoft am Kindertisch und bekommt bloß Krümel ab.

Dabei hat Microsoft das Thema „Geld verdienen mit Daten“ nicht mal verschlafen: Schon Windows XP drängelte, bitte ein Online-Konto zu verwenden. Doch dieser erste Versuch endete als Imageschädigender Fehlstart, weil XP den Nutzern vorlog, ohne so ein Konto wäre das Internet nicht zu benutzen [1]. Seitdem hat Microsoft vieles getan, um das, was nach diversen Umbenennungen mittlerweile „Microsoft Konto“ heißt, attraktiver zu machen. Wenn Sie es nutzen, meldet Windows Sie automatisch an bordeigene Dienste wie OneDrive und Apps wie Outlook an und es gibt zusätzliche Funktionen wie „Mein Gerät suchen“ zum Nachverfolgen und Sperren des PCs aus der Ferne. Zudem werden Aktivitätsverlauf, Zwischenablage und diverse Einstellungen etwa von Explorer, Desktop und WLAN-­Verbindungen via Cloud auf Ihre anderen Geräte synchronisiert. Doch offenbar wird das Angebot immer noch nicht so angenommen, wie man es sich in Redmond vorstellt. Daher hat man dort nun eine Änderung der Strategie beschlossen: Die Anwender sollen gezwungen werden.

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