c't 16/2021
S. 90
Wissen
USB-C: Technik

Angereift

USB-C: Das leistet die praktische Schnittstelle

USB Typ C alias USB-C hat weite Verbreitung gefunden, etwa bei Notebooks, Smartphones, Tablets, Netzteilen, Mini-PCs und externen SSDs. Doch USB-C birgt manche Tücke – und USB 4, USB 3.2 Gen 2x2 und Thunderbolt stiften Verwirrung.

Von Christof Windeck

An immer mehr Geräten findet sich mindestens eine der kleinen, flexibel nutzbaren und verdrehsicheren USB-C-Buchsen. Im Idealfall ersetzt USB-C eine herstellerspezifische Dockingstation sowie eine Armada unterschiedlicher Netzteile. Aber noch immer kommen schlecht gemachte USB-C-Geräte auf den Markt und Fortentwicklungen wie USB 4 und Thunderbolt 4 bringen weiteres Durcheinander: Zeit für eine Bestandsaufnahme.

USB-C ist als Universalanschluss für PC, Notebook, Smartphone, Tablet, Netzteil und Peripheriegeräte gedacht [1]. Anders als die älteren USB-A- und Micro-USB-Buchsen eignet sich eine USB-C-Buchse außer für USB-Datenübertragung auch für die Stromversorgung mit bis zu 100 und später sogar 240 Watt (Power Delivery, PD), als Display-Anschluss (DP-Alt Mode), für Audiosignale und – dank Thunderbolt-Technik – sogar für PCI Express (PCIe). Zudem ist es bei USB-C egal, in welcher Orientierung man den Stecker in die Buchse schiebt: Multiplexer in den verbundenen Geräten schalten die Kontakte passend um. Bei der Stromversorgung lassen sich sogar die Rollen vertauschen: Ein Smartphone oder Notebook lässt sich einerseits per USB-PD laden, liefert aber auch Energie, etwa ans Lade-Etui für drahtlose Kopfhörer. Auch bei der USB-Urfunktion, der Datenübertragung, hat USB-C Vorteile: Die schnellsten Transfermodi USB 3.2 Gen 2x2 und Gen 3x2 mit 20 respektive 40 GBit/s lassen sich mit den „alten“, viereckigen USB-A-Steckern nicht mehr nutzen.

Theorie und Praxis

So weit die Theorie. In der Praxis gibt es allerdings weiterhin Probleme und Missverständnisse. Das fängt damit an, dass nicht jede USB-C-Buchse sämtliche Funktionen beherrscht. Viele Geräte machen es unnötig schwer, den tatsächlichen Funktionsumfang ihrer Buchsen herauszufinden – obwohl es dafür festgelegte Symbole gibt, die Hersteller neben den Buchsen anbringen sollten. Wenn dann noch Bugs hinzukommen, wird die Fehlersuche schwierig.

Manche glauben, dass USB-C-Buchsen immer „besser“ wären als USB-A und mindestens 10 GBit/s schaffen – aber das ist falsch: Einerseits kann der 10-GBit/s-Transfermodus USB 3.2 Gen 2 auch an USB-A-Buchsen funktionieren, andererseits schaffen die USB-C-Buchsen vieler Geräte bloß USB 3.2 Gen 1 alias USB 3.0 mit 5 GBit/s. Viele aktuelle Smartphones mit USB-C liefern sogar bloß USB-2.0-Geschwindigkeit (480 MBit/s).

Kommentare lesen (6 Beiträge)