c't 2/2021
S. 26
Titel
Trends 2021: Kryptowährungen
Bild: Andreas Martini

Grüne Kohle

Kryptogeld wird umweltfreundlicher

Kryptowährungen gelten als klimaschädlich, doch der schlechte Ruf ist vielleicht bald nicht mehr gerechtfertigt: Die Währung Ether soll bald ohne stromfressendes Mining auskommen. Und bei Bitcoin steigt der Ökostrom-Anteil.

Von Christian Wölbert

Der Energiebedarf des Bitcoin-Netzwerks lässt sich zwar nicht akkurat messen, bedeutsam ist er aber auf jeden Fall: Forscher der Universität Cambridge geben eine Spannbreite von 30 bis 150 Terawattstunden pro Jahr an, was 0,1 bis 0,6 Prozent des weltweiten Verbrauchs entspricht. Anders ausgedrückt: Die Spezialrechner der Bitcoin-Miner verbraten im besten Fall so viel Strom wie Dänemark, schlimmstenfalls fast so viel wie Polen.

Der Grund für den hohen Stromverbrauch ist das Prinzip des Proof of Work: Um Bitcoin-Transaktionen zu einem Block zu verarbeiten und damit auszuführen, müssen die Miner rechenintensiv nach bestimmten Hashwerten suchen. Der Schwierigkeitsgrad wird automatisch angepasst. Je mehr Rechenleistung die Miner weltweit besitzen, desto aufwendiger wird die Suche. Das soll verhindern, dass jemand überraschend eine Übermacht an Minern in Betrieb nimmt und die Bitcoin-­Blockchain manipuliert – er bräuchte neben unzähligen Minern auch riesige Energiemengen.

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