c't 20/2021
S. 152
Praxis
Literaturverwaltung

Bibliografieren auf die Schnelle

Korrekt aus Quellen zitieren mit Microsoft Word

Vorschriftsmäßige Quellenangaben sind ein Fundament jeder wissenschaftlichen Arbeit. Wer mit Microsoft Word schreibt, kann sich dabei von den eingebauten Bibliografie-Funktionen helfen lassen. Unsere Praxisanleitung zeigt, wie das geht, aber auch, worauf man dabei verzichten muss.

Von Dorothee Wiegand

Es ist bei jeder Art von wissenschaftlichem Schreiben unerlässlich: korrektes Zitieren aus den Werken anderer Autoren. Wurde es früher vielleicht noch als Fingerübung für Erstsemester verkannt, so hat es in Zeiten von Plagiatsvorwürfen und -untersuchungen oberste Priorität. Wer sichergehen möchte, dass alles vorschriftsmäßig formatiert im Text landet, nutzt für Zitate und Literaturlisten eine spezielle Bibliografiesoftware (siehe Kasten auf Seite 154). Mit Programmen dieser Art baut man sich nach und nach eine umfangreiche Quellen-Datenbank zu seinem Forschungsthema auf.

Auf einen derart langfristigen Einsatz sind die Bibliografie-Funktionen von Word nicht ausgelegt. In dem Textprogramm stehen lediglich einige einfache Werkzeuge zur Verfügung. Sie bieten zwar weit weniger Funktionsumfang als eine Spezialsoftware, sind dafür aber einfach zu nutzen und stehen Word-Anwendern ohne zusätzlichen Installations- und Lernaufwand zur Verfügung. Die folgende Anleitung zeigt, wie weit man damit kommt – aber auch, wo die Grenzen dieser „Literaturverwaltung light“ liegen. Die Anleitung bezieht sich auf Word für Windows. Unter macOS steht die Word-Literaturverwaltung auch zur Verfügung, ist aber im Detail etwas anders realisiert.

Der Quellen-Manager verwaltet die Masterliste, die Word als XML-Datei separat speichert, sowie die sogenannte „Aktuelle Liste“, die Referenzen und Literaturliste des aktuellen Dokuments speist.

Alle für die Literaturarbeit relevanten Funktionen finden Sie im Ribbon-Bereich „Referenzen/Zitate und Literaturverzeichnis“. Bevor ein Quellenhinweis in den Fließtext eingefügt werden kann, muss das Werk, aus dem zitiert werden soll, als Quelle hinterlegt werden. Das erledigen Sie im Quellen-Manager von Word, der sich nach einem Klick auf die Schaltfläche „Quellen verwalten“ öffnet.

Wichtig: Damit Word bei Vor- und Nachnamen nicht durcheinander kommt, sollte man zum Eintippen der Autorennamen in den dafür vorgesehenen Unterdialog wechseln.

Der Quellen-Manager unterscheidet zwei Listen. Die Masterliste legt das Programm unabhängig vom Textdokument als separate XML-Datei ab. So haben Sie die Möglichkeit, sie gesondert zu sichern, auf einen anderen Rechner zu übertragen und später in einer weiteren Arbeit erneut zu verwenden. Die „Aktuelle Liste“ speichert Word dagegen zusammen mit dem Text – und eventuell weiteren Bestandteilen wie Bildern – als Teil der DOCX-Datei, aus der heraus sie bearbeitet wurde. Gewöhnen Sie sich an, stets mit der Masterliste zu arbeiten, deren Einträge Sie über die Schaltfläche „Kopieren->“ in die „Aktuelle Liste“ übertragen; in dieser müssen sie sich befinden, um im aktuellen Dokument verwendet werden zu können.

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