c't 3/2021
S. 20
Titel
Wi-Fi-6-Router: Test
Bild: Andreas Martini

Sechsmal sechs

6 Router für Wi-Fi 6 im Test

Mit Wi-Fi 6 soll das WLAN ­flüssiger funken. Fünf Router der 150-Euro-Klasse zeigten im c’t-Labor, wie flott sie Wi-Fi-6-Stationen bedienen, wo es noch hakt und wie weit sie hinter einem Gerät der Oberklasse zurückbleiben.

Von Ernst Ahlers

Wenn das WLAN beim Upgrade des Internetanschlusses nicht mehr mithalten kann, liegt der Griff zu einem neuen Router und damit zur jetzt aktuellen WLAN-Generation Wi-Fi 6 nahe. c’t hat ein halbes Dutzend Geräte ins Labor gebeten, wobei wir für die Auswahl zwei Pflichtmerkmale setzten: DFS und WPA3. Nur mit Dynamic Frequency Selection – automatischem Kanalwechsel bei Radarerkennung – darf ein Router im 5-GHz-Band alle Kanäle nutzen. So kann er Nachbar-WLANs besser ausweichen, was dem Durchsatz beider Netze zugutekommt.

Die WLAN-Verschlüsselung WPA3 [1] schützt WLAN-Clients besser als das alte WPA2, unter anderem mit Protected Management Frames (PMF) und Perfect Forward Secrecy (PFS). PMF verhindert, dass ein Angreifer Clients mit gefälschten Steuerpaketen von der Basis abmelden und auf einen eigenen Honeypot umleiten kann. PFS sorgt dafür, dass aufgezeichneter chiffrierter Verkehr auch mit Kenntnis des WLAN-Passworts nicht nachträglich entschlüsselt werden kann.

Die getesteten Router sollten höchstens 200 Euro kosten und Wi-Fi-6-WLAN in beiden Funkbändern anbieten. Geräte, die DFS oder WPA3 nicht beherrschten, flogen aus dem Testfeld wieder heraus. Zuerst traf es den RAX40 von Netgear. Er konnte zwar DFS, scheiterte aber an WPA3. In den Versionshinweisen der bei Testbeginn aktuellen Firmware 1.0.3.88 fanden wir: „This firmware version does not support OFDMA, WPA3, and Smart Connect.“ Das kann man angesichts der auf dem Karton zugesagten OFDMA-Fähigkeit nur als enttäuschend bezeichnen. Der Edimax BR-6473AX und der TP-Link Archer AX50 mussten sich verabschieden, weil ihnen DFS und WPA3 fehlten.

So blieben fünf Router verschiedener Marken übrig. Vier davon sind Breitband-Router, die man an ein Modem anschließt. Die Fritzbox 7530 AX hat eines für Supervectoring-VDSL integriert. Dazu gesellt sich mit dem Speedport Pro Plus ein opulent ausgestattetes Gerät, das der Provider Deutsche Telekom anbietet. Es soll den Ausblick geben, was man für mehr Geld an Mehrwert bekommt. Schließlich haben wir zum Generationenvergleich noch einen älteren Router mitgemessen: Die Ergebnisse der Fritzbox 7580, unseres Referenzgerätes für Wi-Fi-5-Messungen mit Notebooks, sind im Balkendiagramm enthalten.

„Einfach nur Internet“ erwies sich als leicht, das schafften alle, auch per PPPoE am Telekom-VDSL, wobei manche etwas Nachhilfe bei der VLAN-Konfiguration brauchten [2]. Spannend wird es bei weitergehenden Ansprüchen, etwa wenn man einen eigenen Cloud-Server wie das Familien-NAS per IPv4 und IPv6 aus dem Internet erreichbar machen will. Die dafür nötigen IPv6-Dienstfreigaben beherrschen längst nicht alle Router so sauber wie AVMs Fritzboxen. Meist bleibt einem nur, die IPv6-Firewall ganz auszuschalten, falls das überhaupt geht; dann müssen sich aber alle (W)LAN-Hosts IPv6-seitig selbst schützen.

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