c't 5/2021
S. 130
Wissen
Corona-Impfung
Bild: Albert Hulm

Zielwasser

Mit programmierbarem Impfstoff gegen SARS-CoV-2

Ende 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation den Code des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer publiziert. Er steckt voller Raffinessen und belegt, warum Impfstoffe, die nur das Viren-Erbgut enthalten, als das „nächste große Ding“ der Molekularbiologie gelten.

Von Dušan Živadinović

Der von BioNTech und Pfizer entwickelte Impfstoff BNT162b2 ist die erste Präzisionswaffe zur offensiven Bekämpfung der Corona-Pandemie. Es ist aber auch der erste Vertreter einer neuen Impfstoffklasse, die man buchstäblich programmieren kann. Mit genau 4284 Zeichen ist der Code zudem noch gut überschaubar, sodass er sich prima als Anschauungsmaterial eignet; er würde sogar locker auf eine c’t-Seite passen. Sie finden ihn wie alle übrigen Literaturstellen zu diesem Beitrag über ct.de/ywa8. Leider gibt es unseres Wissens keine korrekte populärwissenschaftliche Beschreibung des BNT162b2-Impfstoffs (auch Tozinameran oder Comirnaty bezeichnet). Das holen wir hier nach.

Gute und böse Attrappen

Zunächst zwei Absätze zu Impfkonzepten: Die Impfung gilt als eine der elegantesten Methoden der Bekämpfung von übertragbaren Krankheiten. Anstatt Krankheitserreger mit chemischen Keulen zu bekämpfen, wird der lernfähige Anteil des menschlichen Abwehrsystems mittels Attrappen trainiert. In vielen Impfstoffen dienen daher abgetötete oder abgeschwächte Erreger als Attrappen.

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