c't 11/2022
S. 114
Test & Beratung
Linux-Distribution

Ü40-Desktop

Ubuntu Desktop 22.04 LTS profitiert von Gnome

Die Linux-Distribution Ubuntu Desktop 22.04 LTS präsentiert sich mit einer aufpolierten Desktop-Umgebung. Die startet jetzt im modernen Wayland-Modus – wider Erwarten aber nicht auf Systemen mit Nvidia-Grafik. Im Test überzeugt die Integration von Gnome 4x in Ubuntus neuer LTS-Version.

Von Keywan Tonekaboni

Liest man Canonicals Pressemitteilung zur Veröffentlichung von Ubuntu 22.04 LTS, bekommt man schnell den Eindruck, der Desktop sei inzwischen Nebensache. Die Firma hinter Ubuntu hebt vor allem Neuerungen bei Server, Cloud und IoT hervor. Selbst Ubuntu WSL, die Ubuntu-Variante für Microsofts Linux-Virtualisierung, bekommt im Ankündigungstext mehr Raum als Ubuntu Desktop. Kein Wunder, denn mit Lösungen für Unternehmenskunden kann Canonical Geld verdienen, wohingegen der Desktop mehr eine Pflichtübung zu sein scheint. Ubuntu Desktop 22.04 LTS richtet sich an Anwender, die ein langlebiges System gegenüber häufigen Updates bevorzugen.

Trotzdem hat sich auch beim Desktop einiges getan, insbesondere im Vergleich zu Ubuntu 20.04 LTS. Wie dieses ist das jüngste Release mit dem Codenamen „Jammy Jellyfish“ (Glückliche Qualle) ein Ubuntu-Release mit Langzeitunterstützung, daher der Zusatz LTS (Long Term Support). Die LTS-Versionen erscheinen nur alle zwei Jahre, deswegen gibt es mehr Neuerungen als bei den Zwischenversionen oder Distributionen mit kürzeren Veröffentlichungszyklen wie Fedora (siehe S. 112). Ubuntu profitiert vor allem von den Fortschritten, die der Linux-Desktop Gnome in den vergangenen zwei Jahren mit den 40er-Versionen gemacht hat. Das hauseigene Paketformat Snap, das Canonical in Ubuntu Desktop immer mehr forciert, spaltet indes weiter die Linux-Desktop-Szene.

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