c't 11/2022
S. 38
Aktuell
Smartphone-Spionage

Lauscher in Erklärungsnot

Untersuchungsausschüsse gegen Smartphone-Spionage

Der Druck auf die bisher unregulierte Spyware-Industrie nimmt zu: Nicht nur die EU, sondern auch die Regierung Spaniens will in einem Untersuchungsausschuss den rechtswidrigen Einsatz der Smartphone-Spionagesoftware Pegasus durchleuchten.

Von Dušan Živadinović

Jahrelang haben Regierungen, Behörden und Staatsschützer Spähsoftware-Hersteller wie Cytrox und NSO gefördert, indem sie deren Abhörwerkzeuge für teures Geld einkauften – so entstand ein lukrativer Markt für Spyware wie Pegasus oder Predator. Aber anders als von den Herstellern beteuert haben Behörden mancher Staaten solche Software anscheinend nicht nur gegen Kriminelle oder Terroristen eingesetzt, sondern auch gegen hochrangige Politiker, Oppositionelle, Journalisten oder Wirtschaftsbosse.

Nachdem die Attacken publik wurden, schloss Apple die stillschweigend von NSO ausgenutzten Sicherheitslücken, löschte zahlreiche gefälschte iCloud-Konten der Firma und verklagte sie Ende November 2021. Ebenfalls seit November 21 verbietet die US-Regierung US-amerikanischen Organisationen jeglichen Handel mit NSO und Candiru, einem weiteren israelischen Unternehmen (benannt nach dem parasitären brasilianischen Penisfisch). Zum Jahreswechsel lösten in Polen Enthüllungen rund um den Einsatz der Spyware Pegasus ein politisches Beben aus.

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